In Spaniens Metropolen wie Barcelona und Madrid werden Bibliotheken, Bürgerzentren, Parks sowie Apotheken zu Zufluchtsorten vor der Hitzewelle umfunktioniert. Für viele Menschen, die in ihren Wohnungen keine Abkühlung finden, sind diese sogenannten Klimaschutzräume die Rettung.
Barcelona verfügt inzwischen über mehr als 500 dieser kühlen Orte. Neben Museen und Kulturzentren zählen auch Schulhöfe, öffentliche Schwimmbäder oder Einkaufszentren zum Netzwerk. Das Angebot richtet sich vor allem an gefährdete Gruppen wie ältere Menschen, Kinder oder Obdachlose. Wer sich hier aufhält, darf ohne Eintritt und ohne Kaufzwang verweilen – oft stehen auch Trinkwasserbrunnen und Sitzplätze zur Verfügung.
Das Konzept der Klimaschutzräume ist in Barcelona seit 2020 von einem kleinen Pilotprojekt auf mehrere hundert Standorte angewachsen. Bürgermeister Jaume Collboni betont den sozialen Charakter der Maßnahme: Der Zugang zu kühleren Aufenthaltsräumen soll sozial Benachteiligten helfen, die weder eine Klimaanlage noch gut isolierte Wohnungen haben.
Die spanische Regierung plant nun ein landesweites Netzwerk solcher Schutzräume und will dieses auch finanziell unterstützen. Dennoch betonen Experten, dass Schutzräume allein nicht ausreichen, um Städte abzukühlen. Es braucht mehr Bäume, schattige Straßen und eine Stadtplanung, die sich aktiv an den Klimawandel anpasst.
Ein Negativbeispiel ist die Puerta del Sol in Madrid: Die kürzlich neugestaltete Fläche wurde größtenteils versiegelt und bietet kaum Bäume oder Grünzonen. Auch Sonnensegel schaffen dort nur begrenzte Abhilfe gegen die Hitze.