Klimaschutz

Spanien, Portugal so trocken wie seit 1000 Jahren nicht

Eine durch den Klimawandel ausgelöste Veränderung des Azoren-Hochdruckgebiets soll laut einer Studie schlimme Folgen für Iberische Halbinsel haben.

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 Spanien *** Spain
Spanien *** Spain
IMAGO/F. Anthea Schaap

Teile von Spanien und Portugal sind so trocken wie seit mehr als tausend Jahren nicht mehr. Grund dafür ist eine durch den Klimawandel ausgelöste Veränderung des Azoren-Hochdruckgebiets, wie es in einer am Montag in der Fachzeitschrift "Nature Geoscience "veröffentlichten Studie heißt, die vor schwerwiegenden Folgen für die Wein- und Olivenproduktion warnt.

Das Azorenhoch, ein Hochdruckgebiet im Atlantik, hat großen Einfluss auf das Wetter und langfristige Klimatrends in Westeuropa. Im Sommer schickt das Azorenhoch heiße, trockene Luft nach Portugal, Spanien und Frankreich. Im Winter sorgt es für Feuchtigkeit und Niederschläge. Die winterlichen Niederschläge sind laut den Autoren der Studie "lebenswichtig" für die ökologische und ökonomische Gesundheit der Iberischen Halbinsel.

Hochdrucksystem hat sich "dramatisch verändert"

Anhand von Klima-Modellierungen der vergangenen 1.200 Jahre haben US-Forscher nun herausgefunden, dass sich das Hochdrucksystem im vergangenen Jahrhundert "dramatisch verändert hat" und "dass diese Veränderungen des nordatlantischen Klimas innerhalb des letzten Jahrtausends beispiellos sind".

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    Eine neue Studie warnt vor schwerwiegenden Klimafolgen für den Oliven- und Weinanbau auf der Iberischen Halbinsel. <a target="_blank" data-li-document-ref="100215913" href="https://www.heute.at/g/spanien-und-portugal-leiden-unter-1000-jaehriger-duerre-100215913">Mehr dazu hier &gt;&gt;</a>
    Eine neue Studie warnt vor schwerwiegenden Klimafolgen für den Oliven- und Weinanbau auf der Iberischen Halbinsel. Mehr dazu hier >>
    imago images/Toni Vilches

    Demnach begann das Hochdrucksystem vor etwa 200 Jahren, als die Treibhausgase zunahmen, sich auf eine größere Fläche ausdehnten. Im 20. Jahrhundert dehnte es sich durch die globale Erwärmung noch stärker aus. Die Niederschlagsmengen hingegen gingen zurück – die Winter im westlichen Mittelmeerraum sind trockener geworden.

    Frühere Studien hatten nicht zeigen können, ob der menschengemachte Klimawandel für die Veränderungen des Klimas im Nordatlantik verantwortlich ist – nun haben die Autoren nach eigenen Angaben den Zusammenhang festgestellt.

    Niederschläge werden weiter sinken

    Das Azorenhoch wird sich im 21. Jahrhundert durch den Klimawandel noch weiter ausbreiten. Bis Ende des Jahrhunderts werden die Niederschläge in der Region voraussichtlich um weitere zehn bis 20 Prozent sinken, was verheerende Folgen für die Landwirtschaft haben könnte. Die Weinbaugebiete auf der Iberischen Halbinsel könnten bis 2050 um mindestens ein Viertel schrumpfen. Die Olivenernte in Südspanien könnte früheren Studien zufolge bis 2100 um 30 Prozent zurückgehen.

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      19.07.2024: So viel zahlt das AMS an arbeitslose Afghanen und Syrer. Durch eine Anfrage von FPÖ-Sozialsprecherin Dagmar Belakowitsch kam nun ans Licht, welche Summen das AMS an Menschen aus Drittstaaten auszahlt.
      Picturedesk; "Heute"-Collage