Zweieinhalb Jahre nach der feierlichen Einweihung des Ram-Tempels in Ayodhya durch Indiens Premierminister Narendra Modi sieht sich das bedeutende Pilgerzentrum mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Angeblich sollen Spenden von Gläubigen in Höhe von mehreren zehn Millionen Rupien unterschlagen worden sein.
Der Tempel, der auf dem Gelände einer 1992 zerstörten Moschee errichtet wurde, lockt jährlich rund 50 Millionen Besucherinnen und Besucher an. Neben Bargeld werden auch Schmuck, Gold und Silber gespendet. In den vergangenen Wochen wurde jedoch Kritik an der Verwaltung der Spenden laut, was zu politischen Debatten und Forderungen nach einer gerichtlichen Untersuchung führte.
Die Regierung des Bundesstaates Uttar Pradesh hat eine dreiköpfige Sonderkommission eingesetzt, um die Vorwürfe zu prüfen. Der unabhängige Tempeltrust, der das Heiligtum verwaltet, weist jegliches Fehlverhalten zurück. Acht Personen wurden inzwischen von der Polizei festgenommen und werden derzeit befragt.
Die jährlichen Einnahmen des Tempels beliefen sich laut Hindustan Times zuletzt auf umgerechnet etwa 35 Millionen US-Dollar. Ein ehemaliger Abgeordneter wirft dem Trust vor, mehr als 70 Millionen Rupien unterschlagen zu haben. Der Generalsekretär des Trusts, Champat Rai, betonte in einem Video, dass die Abläufe rund um die Spendensammlung laufend überprüft würden: "Niemand hat bisher Unstimmigkeiten festgestellt."
Die Vorwürfe wurden ursprünglich von Mahipal Singh, einem früheren Mitarbeiter des Trusts, öffentlich gemacht. Singh behauptet, er sei nach seinen Hinweisen auf Unregelmäßigkeiten von seiner Position abgezogen worden. Die Angelegenheit sorgt mittlerweile für landesweite Schlagzeilen und wird von Oppositionsparteien wie auch von Mitgliedern der Regierungspartei BJP aufgegriffen. Die Ermittlungen laufen.