Abhebungen 10 Jahre lang?

Krimi um Beamten – Er soll 350.000 Euro gestohlen haben

In Zell am Moos (OÖ) soll ein Gemeindemitarbeiter über Jahre Hunderttausende Euro abgezweigt haben. Der Fall erschüttert die ganze Region.
Österreich Heute
16.05.2026, 13:53
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Der kleine Ort im Mondseeland kommt nicht zur Ruhe: Der Finanzskandal in Zell am Moos (Bezirk Vöcklabruck, OÖ) wird immer größer. Nach aktuellen Ermittlungen soll ein langjähriger Gemeindebediensteter über mehr als zehn Jahre hinweg insgesamt über 350.000 Euro aus der Gemeindekasse abgezweigt haben, das berichten die Salzburger Nachrichten (SN).

Ins Rollen kam der Fall im Jänner 2026. Bürgermeister Günther Pfarl (ÖVP) stieß laut eigenen Angaben zufällig auf Ungereimtheiten bei einer Rechnung. Als er den Mitarbeiter damit konfrontierte, soll dieser ein Teilgeständnis abgelegt haben. Für den Verdächtigen gilt die Unschuldsvermutung.

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Besonders brisant: Die mutmaßlichen Malversationen dürften bereits 2015 begonnen haben. Damit wären die Vorgänge selbst bei einer Prüfung im Auftrag der Gemeindeaufsicht im Jahr 2019 unentdeckt geblieben. Laut Bürgermeister würden bei solchen Kontrollen nur Stichproben gemacht. Zudem habe der Mitarbeiter großes Vertrauen genossen und sei offenbar geschickt vorgegangen.

Große Summen bei Bank abgehoben

Wie genau das Geld verschwunden sein soll, ist weiter unklar. Laut Informationen aus Ermittlerkreisen dürfte der Mann aber regelmäßig größere Bargeldbeträge bei einer Bank behoben haben. "Diese Barbehebungen hätten doch auffallen müssen", sagte eine mit dem Fall vertraute Person laut SN.

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Nach Bekanntwerden der Affäre zog die Gemeinde Konsequenzen: Barauszahlungen in der Verwaltung wurden auf maximal 50 Euro beschränkt.

Mehr als 100.000 Euro sollen laut Angaben bereits zurückgezahlt worden sein. Außerdem werde über weitere Schadensgutmachung gesprochen. Die Ermittlungen laufen aber weiter. Die Staatsanwaltschaft Wels rechnet damit, dass es bis zum Abschlussbericht der Polizei noch dauern wird.

Für Bürgermeister Pfarl ist die Situation auch persönlich belastend. Besonders ärgert ihn, dass der suspendierte Beamte weiterhin zwei Drittel seines Gehalts erhält. "Es gibt ein Teilgeständnis und trotzdem müssen wir zwei Drittel des Gehalts während der Suspendierung weiterzahlen", sagt der Ortschef in den SN. Das Beamtendienstrecht lasse ihm keine andere Möglichkeit.

Auch politisch hätte der Fall für ihn dramatische Folgen haben können. "Wenn ich nicht selbst zufällig auf die Malversationen draufgekommen wäre und sie vor der nächsten Wahl aus anderen Gründen aufgeflogen wären, hätte mir wohl niemand geglaubt, dass ich absolut nichts davon gewusst habe", sagt Pfarl.

Verdächtiger gilt als zuverlässig und hilfsbereit

Im Ort sorgt der Fall weiter für Rätselraten. Der langjährige Mitarbeiter galt als hilfsbereit und zuverlässig, war früher auch als Fußballfunktionär tätig. Warum er das Geld abgezweigt haben soll, weiß bisher niemand.

{title && {title} } red, {title && {title} } 16.05.2026, 13:53
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