Heftige Vorwürfe der Staatsanwaltschaft: Die junge Mutter (21) soll sich gemeinsam mit anderen Mädchen und jungen Frauen radikalisiert haben. Sie soll Propaganda verbreitet, in Moscheen Vorträge gehalten und für den Dschihad geworben haben. Die 21-Jährige bestritt sämtliche Vorwürfe. Sie sei "ganz normale Muslima".
Vom IS habe sie zwar gehört, sagte sie vor Gericht, aber: "Meine Eltern haben mir gesagt, dass das eine schlechte Sache ist", so die Kronen Zeitung. Dennoch stand die junge Wahlwienerin wegen terroristischer Vereinigung und krimineller Organisation am Dienstag vor Gericht.
Laut Anklage soll sie sich über salafistische Bücher und ihr Umfeld radikalisiert haben. Ihr Bruder gab an, dass sie sich von der Familie abgewandt habe, weil diese nicht gläubig genug sei. Außerdem habe sie statt Kopftuch zeitweise einen Niqab getragen.
Besonders schwer wiegt der Vorwurf, dass die junge Frau in einer als radikal bekannten Moschee Vorträge gehalten haben soll. Dort sei es unter anderem darum gegangen, möglichst früh zu heiraten und nach Syrien auszureisen. "Nichts ist ehrenhafter, als in Syrien für den IS zu kämpfen", soll dabei gesagt worden sein – das berichtet die Krone. Gemeinsam mit anderen Frauen soll die Frau außerdem jüngere Muslimas beeinflusst haben. Es gilt für alle Genannten die Unschuldsvermutung.
Eine Belastungszeugin schilderte vor Gericht entsprechende Vorfälle. Die Angeklagte wies alles zurück. "Ich habe sie nur einmal für zwei Stunden gesehen. Warum sie solche Sachen über mich verbreitet, kann ich mir nicht erklären", sagte die nicht vorbestrafte junge Mutter.
Im Laufe des Prozesses wurden aber auch Widersprüche sichtbar. So konnte sich die 21-Jährige angeblich nicht mehr an den Namen eines Mädchens erinnern, bei dem sie nach einem Streit mit ihrer Familie eine Woche lang gewohnt haben soll. Laut Gericht handle es sich dabei um eine mehrfach einschlägig vorbestrafte radikale Islamistin.
Dann kam es zur überraschenden Wendung im Gerichtssaal: Eine junge Muslima sollte als Entlastungszeugin aussagen. Doch laut Richterin verstrickte sich die Frau derart offensichtlich in Widersprüche, dass sie noch im Saal festgenommen wurde. Zusätzlich soll sie die Eltern der Angeklagten verleumdet haben.
Am Nachmittag fiel schließlich das Urteil: 21 Monate Haft, davon sieben Monate unbedingt. Weil sowohl die Verteidigung als auch die Staatsanwaltschaft keine endgültige Erklärung abgaben, ist das Urteil noch nicht rechtskräftig.