In Tirol liefern sich Rotes Kreuz und Samariterbund einen offenen Streit. Grund sind Warnungen vor falschen Spendensammlern, die für große Verunsicherung sorgen. Während das Rote Kreuz vor Betrügern warnt, fühlt sich der Samariterbund zu Unrecht mitgemeint.
Die Samariter sind regelmäßig unterwegs, um an Haustüren Mitglieder zu werben. Genau diese Einsätze geraten jetzt unter Druck, weil viele Tiroler unsicher sind, wer tatsächlich vor ihnen steht.
Der Samariterbund kritisiert die öffentlichen Warnungen scharf. Geschäftsführer Gerhard Czappek stellt gegenüber dem ORF klar: Die eigene Werbung sei legal und üblich. Durch die Aussagen würden seriöse Helfer aber plötzlich wie Betrüger wirken.
Das habe Folgen: Menschen reagieren misstrauisch oder machen gar nicht mehr auf. Im Bezirk Landeck wurde ein Mitarbeiter sogar beschimpft und vertrieben.
Das Rote Kreuz hält dagegen. Man warne zurecht, weil immer wieder echte Betrüger unterwegs seien. Zusätzlich komme es oft zu Verwechslungen, wenn mehrere Organisationen gleichzeitig sammeln.
Viele Anrufer würden berichten, dass jemand in rot-gelber Kleidung vor der Tür stand – aber niemand wisse genau, für wen gesammelt wird. Am Ende bleibt ein bitterer Beigeschmack: Der Streit trifft ausgerechnet jene, die eigentlich helfen wollen.