Autofahrer müssen sich am Samstag auf massive Behinderungen rund um den Brenner einstellen. Eine angemeldete Demonstration legt die Brenner-Autobahn A13 zwischen Österreich und Italien von 11 bis 19 Uhr lahm. Die wichtige Nord-Süd-Verbindung wird in beiden Richtungen gesperrt, auch zahlreiche Ausweichstrecken sind betroffen.
Hinter der Aktion steht der parteilose Bürgermeister von Gries am Brenner, Karl Mühlsteiger. Der Ortschef will mit dem Protest auf die Belastungen durch den Transitverkehr aufmerksam machen. Jährlich rollen rund elf Millionen Pkw und 2,5 Millionen Lkw über die Brennerroute.
"Wir wollen Europa ein Bild davon vermitteln, dass es mit dem Transitverkehr nicht mehr so weitergehen kann", sagt Mühlsteiger. Die Anwohner würden unter Lärm sowie Fein- und Ultrafeinstaub leiden.
Die Folgen könnten weit über Tirol hinaus spürbar sein. Italien sperrt seinen Abschnitt der Brennerstrecke bereits ab 10.30 Uhr bis 20 Uhr in Fahrtrichtung Norden. Reisende sollen stattdessen über Tarvis ausweichen. Verkehrsexperten rechnen mit kilometerlangen Staus von Südtirol bis nach Bayern.
Zusätzlich verschärfen die Pfingstferien in Bayern und Baden-Württemberg die Situation. Die Polizei in Oberbayern bereitet sich deshalb auf einen Ausnahmezustand vor. Mehrere Hundert Beamte sollen im Einsatz stehen. Reisenden wird empfohlen, Fahrten Richtung Süden möglichst zu verschieben.
Besonders betroffen sind die Autobahnen A8 Richtung Salzburg und die A93 Richtung Tirol. In den Landkreisen Rosenheim und Berchtesgadener Land gilt zudem ein Abfahrverbot. Wer die Autobahn verlassen möchte, muss einen triftigen Grund nachweisen.
Der Bürgermeister zeigt wenig Verständnis für die Kritik am Termin. Ursprünglich sei die Demonstration für den 21. Juni geplant gewesen. Nach Einwänden wegen des hohen Verkehrsaufkommens sei sie vorverlegt worden. Einen Versorgungsengpass befürchtet er nicht. In Österreich gelten ohnehin Wochenendfahrverbote für Lkw.
Die Autobahnbetreiber wollen Urlauber bereits weit vor dem Brenner auf alternative Routen hinweisen. Dennoch dürfte der Samstag für viele Reisende zur Geduldsprobe werden.