Spionage-Krimi im Bundesheer größer als bisher bekannt

Der ehemalige Bundesheer-Offizier wurde in Salzburg zu drei Jahren Haft verurteilt.
Der ehemalige Bundesheer-Offizier wurde in Salzburg zu drei Jahren Haft verurteilt.picturedesk.com
Laut Verfassungsschutzbericht ist das Ausmaß des Spionagefalls im Österreichischen Bundesheer weitreichender als bisher angenommen.

Ein fast schon beiläufig erwähnter Satz im Verfassungsschutzbericht 2019 lässt die Wogen erneut hoch gehen. Dieser wurde vor wenigen Tagen vom Innenministerium veröffentlicht und deutet darauf hin, dass das Ausmaß des Spionagefalls im Österreichischen Bundesheer um einiges größer war, als bisher angenommen.

Im November 2018 flog der Ex-Offizier auf, im Juni dieses Jahres wurde er schließlich zu drei Jahren Haft verurteilt. Der mittlerweile pensionierte Oberst war teilgeständig und hat seine Position genutzt, um militärische Geheimnisse nach Russland zu übermitteln. Dazu zählen etwa Informationen über österreichische Waffensysteme und den Aufbau des Bundesheeres. Über 25 Jahre lang blieb sein Kontakt zu einem russischen Verbindungsoffizier unentdeckt.

Wirtschaftlicher Schaden nicht messbar

Der Bundesheer-Oberst soll dafür 300.000 Euro kassiert haben. Doch der Schaden, den er angerichtet hat, dürfte ein vielfaches Höher ausfallen. Diese Ansicht teilt auch Geheimdienstexperte Thomas Riegler in der Freitags-Ausgabe der Wiener Zeitung.

Im Verfassungsschutzbericht heißt es dazu: "Der durch diese Spionage entstandene Schaden lässt sich wirtschaftlich nicht bemessen, jedoch hätten die erlangten Informationen im Falle eines militärischen Konflikts der Landesverteidigung Österreichs mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Nachteil gereicht".

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