Der Schock sitzt Tara S. noch in den Knochen. Ihre Tochter Nayla (5) hatte Mittwochnacht vergangene Woche erbrochen. Zwei Tage lang konnte das Mädchen kaum Flüssigkeit behalten, es wurde immer schwächer, auch der Notarzt konnte nicht helfen. "Er hatte nicht mal einen funktionierenden Fieberthermometer dabei." Am Freitag eilte die Wienerin gleich in ein nahegelegenes Spital, weil der Zustand der Kleinen sich zunehmend verschlechterte.
Wenige Stunden später erbrach das Mädchen erneut. Die Wienerin fuhr wieder mit ihrem Kind ins Spital und wurde nochmal nach Hause geschickt. "Daheim wurde Nayla immer apathischer, ich habe große Angst bekommen.“ Samstag kamen sie erneut ins Spital. Erst als die Mama weinend nach einem Bluttest verlangte, wurde ihr Wunsch erfüllt. "Die Werte waren katastrophal", Nayla wurde stationär aufgenommen. "Es geht ihr wieder gut, aber das wäre vermeidbar gewesen."
Auf "Heute"-Anfrage antwortete das Krankenhaus: "Die Erstuntersuchung ergab keinerlei Veranlassung für eine stationäre Aufnahme des Kindes, weshalb die Patientin mit einem Medikament zur Linderung der Übelkeit entlassen wurde. Selbstverständlich wurde auch Frau S. darauf hingewiesen, sie möge bei anhaltender Symptomatik trotz Medikamentengabe die Klinik erneut aufsuchen. Frau S. hatte ihrer Tochter das Medikament aber offenbar nicht verabreicht. Dementsprechend trat auch keine Verbesserung der Übelkeit ein." Beim nochmaligen Besuch im Spital habe die kleine Patientin "die getrunkene Flüssigkeit bei sich behalten, woraufhin weiterhin keine Veranlassung für eine stationäre Aufnahme bestand." Tags darauf kam Tara S. "obwohl nach eigener Beobachtung bereits eine Besserung des Gesundheitszustands ihrer Tochter eingetreten war – erneut in die Ambulanz", das Blutbild sei "unauffällig" gewesen, so das Krankenhaus weiter.
"Sowohl in der Erstversorgungsambulanz, als auch im weiteren Behandlungsverlauf wurden alle erforderlichen medizinischen Abklärungen vorgenommen und alle notwendigen therapeutischen Maßnahmen gesetzt. Wir haben volles Verständnis dafür, wenn Eltern im Falle der Erkrankung ihres Kindes besorgt sind. Unsere Pflegeexpert*innen und Ärzt*innen sind daher immer darum bemüht, auf Fragen von Patient*innen und begleitenden Angehörigen einzugehen."