"Kein Sommer wie damals"

SPÖ will Renaturierungsoffensive um 100 Mio. € pro Jahr

Die SPÖ Niederösterreich fordert die "größte Renaturierungsoffensive in der Geschichte Niederösterreich".
Olivia  Brandstetter
18.08.2026, 15:46
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Hitze, Dürre, Wassermangel: Der diesjährige Sommer belastet ganz Österreich. Die SPÖ Niederösterreich fordert nun die "größte Renaturierungsoffensive in der Geschichte Niederösterreichs".

Dürre, Wassermangel und Schäden in der Landwirtschaft

Wegen zunehmender Hitze, Dürreperioden sowie der Gefahr von Hochwasserereignissen möchte die SPÖ Niederösterreich eine enorme Erweiterung der Renaturierung. Sven Hergovich (SPÖ), Landesrat und Landesparteivorsitzender, schlägt eine Renaturierungsoffensive mit einem Budget von 100 Millionen Euro pro Jahr vor.

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"Was wir heuer erleben, ist kein Sommer wie damals. Dürre, Wassermangel und enorme Schäden in der Landwirtschaft zeigen, dass wir handeln müssen", so Hergovich.

Und weiter: "Wir können den Klimawandel in Niederösterreich nicht alleine lösen. Aber wir können unseren Beitrag leisten und dafür sorgen, dass wir besser auf seine Folgen vorbereitet sind. Nach der Dürre folgt leider oft die Flut. Gute Politik wartet nicht auf den nächsten tragischen Anlass, sondern bereitet sich darauf vor."

100 Millionen Euro: So werden sie aufgebracht

Sie wollen das Tempo enorm steigern sowie die "größte Renaturierungsoffensive in der Geschichte Niederösterreichs" beginnen, erklärt Hergovich. Jährlich sollen dafür in Zukunft 100 Millionen Euro bereitstehen – 50 Millionen Euro aus Umverteilungen im bestehenden Fördervolumen des Landes, nochmal 50 Millionen Euro aus den Erträgen des Generationsfonds.

"Es gibt kaum eine passendere Aufgabe für einen Generationenfonds, als der nächsten Generation eine intakte Umwelt und eine lebenswerte Heimat zu hinterlassen", so Hergovich.

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Kerstin Suchan-Mayr (SPÖ), NÖ Landtagsabgeordnete und Bürgermeisterin von St. Valentin, erklärt: "Ein natürlicher Fluss braucht Platz. Wo sich Wasser bei Starkregen auf dafür vorgesehenen Flächen ausbreiten kann, wird es zurückgehalten und fließt langsamer ab."

Naturnahe Gewässer, Bäume und Grünflächen helfen auch gegen die zunehmende Hitze. "Renaturierung ist deshalb keine Naturromantik, sondern eine ganz praktische Investition in die Sicherheit und Lebensqualität unserer Gemeinden", so die Bürgermeisterin.

Kritik an NÖ-Doppelbudget

Suchan-Mayr äußert Kritik, dass im NÖ-Doppelbudget 2027/28 keine entsprechenden Mittel eingeplant sind, um die EU-Vorgaben zur Renaturierung umzusetzen. Die Gemeinden seien bereit, die Projekte zu verwirklichen. Renaturierung koste aber Geld.

"Das können viele Gemeinden nicht alleine stemmen. Wer mehr Hochwasserschutz, Klimaanpassung und Renaturierung will, muss den Gemeinden auch die finanziellen Möglichkeiten dafür geben", so die Bürgermeisterin.

Offensive starten

"Wer seine Heimat liebt, schützt sie vor Dürre und Flut. Landbauers Leugnung des Klimawandels gefährdet unsere Heimat. Deshalb unser Vorschlag an Schwarz-Blau für einen Kurswechsel: Starten wir gemeinsam die größte Renaturierungsoffensive in der Geschichte Niederösterreichs", so Hergovich.

Und weiter: "Geben wir unseren Flüssen und Bächen wieder mehr Raum, stärken wir den Hochwasserschutz und unterstützen wir unsere Gemeinden dabei. Wir werden dazu eine Initiative einbringen und laden alle Landtagsparteien ein, diesen Weg mitzugehen."

Volkspartei NÖ kontert

Landtagsabgeordneter Richard Hogl (VP) kontert: "Bei der Renaturierungsverordnung ist unsere Position klar: Wenn die EU etwas bestellt, dann soll sie es auch bezahlen. Wir als Land werden die Finanzierung sicher nicht übernehmen."

Niederösterreich würde trotzdem seit Jahrzehnten tun, was mit Hausverstand machbar sei: Ein Drittel aller Hochwasserschutz-Mittel würden direkt dem Rückhalt von Wasser nützen. So werden die Landsleute geschützt, der Wasserhaushalt der Gewässer verbessert, den Flüssen mehr Raum gegeben sowie das ökologische Gleichgewicht gestärkt. "Diesen Weg werden wir in den nächsten Jahren mit Sicherheit fortführen", so Hogl.

"Die jüngste SPÖ NÖ-Renaturierungsdebatte bringt unseren Bäuerinnen und Bauern in der aktuellen Situation nichts. Was sie jetzt endlich brauchen, ist eine Dürrehilfe für die Landwirtschaft. Die Hergovich-SPÖ sollte daher lieber auf ihre Genossen im Bund einwirken, um endlich der dürregeplagten Landwirtschaft zu helfen", so der Landtagsabgeordnete.

Es gehe oftmals um die Existenzen der Bauern und die langfristige Lebensmittelversorgung im Land. Die Sozialdemokratie müsse umgehend über "ihren ideologischen Schatten springen", so Hogl.

{title && {title} } bro, {title && {title} } Akt. 18.08.2026, 16:42, 18.08.2026, 15:46