Das griechische Verteidigungsministerium hat eine Untersuchung zu einer womöglich aus der Ukraine stammenden Drohne eingeleitet, die von einem Fischer im Ionischen Meer gefunden wurde.
Das erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Freitag aus Ministeriumskreisen in Athen. Nach der Verständigung durch den Fischer habe eine Küstenwache-Patrouille die Drohne unbekannter Herkunft gesichert und dem Verteidigungsministerium übergeben, teilte ein Vertreter der Küstenwache mit.
Laut griechischen Medien wie der Zeitung "Kathimerini" wurde die Drohne Donnerstagfrüh in einer Grotte im Südwesten der Insel Lefkada gefunden. Ihr Motor sei noch gelaufen, berichtete der griechische Sender ERT. Der griechische Vize-Admiral im Ruhestand, Stelios Fenekos, sagte dem Sender, das Flugobjekt habe "alle Eigenschaften" einer Drohne "für militärische Zwecke" aufgewiesen und einige Ähnlichkeiten mit ukrainischen See-Drohnen vom Typ Magura.
Im Dezember hatte die Ukraine erstmals in "neutralen Gewässern" des Mittelmeers einen mutmaßlichen Tanker der russischen Schattenflotte mit Drohnen beschossen, wie AFP damals von einer Quelle im ukrainischen Geheimdienst SBU erfuhr. Dabei sei an dem Schiff "Quendil" "beträchtlicher Schaden" entstanden.
Von wo der Angriff gestartet wurde und über welche Länder die Drohnen flogen, wurde nicht mitgeteilt. Das Mittelmeer liegt rund 2.000 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.
Als Schattenflotte werden die oft veralteten und unter fremder Flagge fahrenden Schiffe bezeichnet, mit denen Russland das internationale Ölembargo wegen des Ukraine-Kriegs umgeht.
Die Schiffe stehen zudem teilweise in Verdacht, an sogenannten hybriden Angriffen gegen den Westen im Auftrag Russlands beteiligt zu sein, etwa an der Beschädigung von Unterwasserkabeln in der Ostsee.