Die Debatte um Europas militärische Eigenständigkeit nimmt Fahrt auf. Donald Trump hat bereits angekündigt, 5.000 US-Soldaten aus Deutschland abzuziehen. Frankreichs ehemaliger Militärgeheimdienstchef Christophe Gomart sieht darin aber keinen Grund zur Panik.
"Wir sind in Europa militärisch zu allem fähig, was die Amerikaner leisten – wenn wir eng zusammenarbeiten", so der Ex-General. Frankreich verfüge über militärische Aufklärungssatelliten, Großbritannien über hochfliegende Drohnen. Gemeinsam mit Deutschland könne man die USA ersetzen.
Wie n-tv.de berichtet, fordert Gomart als EU-Parlamentsabgeordneter nun konkrete Schritte: einen gemeinsamen EU-Kriegs- und Generalstab sowie eine Art Sicherheitsrat der Europäischen Union. Denn außerhalb der NATO sei Europa derzeit nicht in der Lage, hochintensive Militäroperationen zu planen und zu führen.
"Wenn sich der Trend fortsetzt, ist die logische Folge, dass die NATO irgendwann nicht mehr die Lebensversicherung der Europäer ist", warnt Gomart. Deshalb sollten Länder wie Deutschland, Frankreich und Polen in der Lage sein, allein zurechtzukommen.
Auch bei der nuklearen Abschreckung bietet Frankreich Hilfe an. Präsident Emmanuel Macron zeige sich zunehmend gesprächsbereit. Die französische Atomstreitmacht könnte allen EU-Staaten zugutekommen – sobald diese sich darauf verständigt haben.
Doch nicht alle teilen Gomarts Optimismus. Andere EU-Abgeordnete betonen, dass die nukleare Abschreckung komplex sei und die amerikanische Komponente nicht einfach ersetzt werden könne. Europa sei zum jetzigen Zeitpunkt auf die USA angewiesen.
Gomart selbst bleibt dennoch überzeugt: Deutschland und Frankreich seien die beiden Mittelmächte, ohne die in Europa nichts gehe. Diese Achse zu stärken, sei der Schlüssel für Europas Sicherheit.