St. Wolfgang: Hoteliers klagen über Storno-Welle

Nach dem Bekanntwerden des Corona-Clusters in St. Wolfgang bleiben die Gäste aus.
Nach dem Bekanntwerden des Corona-Clusters in St. Wolfgang bleiben die Gäste aus.iStock
Trotz Corona herrscht in St. Wolfgang Normalbetrieb. Eigentlich, denn die Gäste sind verunsichert. Hotels melden große Rückgänge.

Die Betriebe haben offen, nur zwei Nachtlokale haben sich freiwillig dafür entschieden, vorübergehend zuzumachen. Dennoch, auch wenn die Situation in St. Wolfgang offen über die Medien kommuniziert wird und in einer gestrigen Pressekonferenzmit LH-Vize Christine Haberlander signalisiert wurde, man habe alles im Griff, sind die Gäste verunsichert. Und das spürt die Gastronomie und Hotellerie vor Ort.

Man wisse von Stornierungen und vorzeitigen Abreisen, erklärt Tourismusdirektor Hans Wieser im "Heute"-Gespräch. An Zahlen ließe sich aktuell nichts festmachen, man müsse die Nächtigungszahlen bis Ende des Monats abwarten, aber es gebe aktuell einiges an Stornierungen – auch für die nächsten Wochen. 

Deutsche Gäste bleiben aus

Wobei: "Es gibt große Unterschiede. Manche, vor allem Betriebe in den Peripherien, spüren kaum etwas vom Gästerückgang. Andere wiederum berichten davon, dass der Rückgang bei ihnen über 50 Prozent liegt. Besonders groß war die Storno-Welle am Sonntag und Montag", sagt Wieser. 

St. Wolfgang ist vor allem für deutsche Urlauber ein begehrtes Domizil, wie uns Clemens Vogler, Chef vom Strandhotel Margaretha (vier Sterne), am Telefon erzählt. 90 Prozent seiner Gäste seien Deutsche. Deshalb merke man auch gerade bei ihnen einen erheblichen Rückgang bei den Gästezahlen. Sein Hotel ist aktuell gerade zu 50 Prozent ausgelastet.

Aktuelles zur Situation in St. Wolfgang (Stand Dienstag, 11.30 Uhr)

Von den am Sonntag in St. Wolfgang abgenommenen Proben sind nun alle 419 Testabstriche ausgewertet. Die Auswertung der letzten Proben hat zu keinen zusätzlichen positiven Personen geführt. Gesamt sind nun in Oberösterreich seit Mittwoch 1183 Tests durchgeführt worden, davon 62 positive Fälle. Das entspricht 5,2 % der Getesteten. Unter den positiven Fällen befinden sich 56 Mitarbeiter, 1 Gast eines Hauses im Ort und 5 Jugendliche aus der Umgebung.

Im Zuge weiterer Probenauswertungen sind noch drei weitere betroffene Betriebe zu Tage getreten. Hier werden heute umfangreiche Tests in der Belegschaft und das Kontaktpersonenmanagement durchgeführt.

Quelle: Land OÖ

"Bei uns ist es nicht wie in Ischgl"

Der Tourismusdirektor vermutet hier einen Zusammenhang mit der Berichterstattung in den Deutschen Medien. Da wären viele Mußmaßungen angestellt worden, dass die Betriebe und der Ort möglicherweise zugesperrt werden würden. Teilweise sei nicht den Tatsachen entsprechend berichtet worden, kritisiert Wieser. 

"Dabei ist es bei uns nicht wie in Ischgl", sagt Strandhotel-Chef Clemens Vogler. Die Kooperation mit dem Krisenstab des Landes und dem Tourismusverband sei gut, man informiere die Leute und handle entsprechend der vorgegebenen Maßnahmen. So wie das auch bei ihm im Betrieb sofort passiert war, als ein Corona-Fall bekannt wurde. Manche der Gäste – vor allem Risikopatienten und Gäste, die in systemerhaltenden Jobs arbeiten – seien dann frühzeitig abgereist. So wie eine Ärztin aus Prag. Sie musste ihre Praxis für einige Zeit zusperren, erzählt Vogler.

Schnäppchen sollen Gäste anlocken

Der Chef des Strandhotels ist dennoch guter Dinge. Denn aufgrund des aktuellen Gäste-Schwunds haben die Hotels und Pensionen ihre Preise etwas gesenkt. So erhofft man sich, Gäste anzulocken. 

Bei Fragen: wolfgangsee.salzkammergut.at oder die Gäste-Hotline unter der Telefonnummer 06138/8003-11 wählen. 

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