Die Sicherheitslage in Österreich bleibt angespannt. Der aktuelle Verfassungsschutzbericht zeigt klar: Die größten Gefahren gehen derzeit vom islamistischen Terror und von rechtsextremen Gruppierungen aus.
Beide Bereiche verzeichnen steigende Zahlen – auch in Kärnten. Besonders auffällig: Das Bundesland hat die meisten sogenannten "Staatsfeinde".
Dabei handelt es sich um Gruppen, die die Republik Österreich ablehnen. Sie verwenden Fantasiekennzeichen, selbst gedruckte Ausweise oder Fahnen. In Kärnten ermittelt die Staatsanwaltschaft seit Jahren gegen mehr als 100 Beschuldigte, viele wurden bereits verurteilt.
Die größte Bedrohung bleibt laut Bericht aber der islamistische Extremismus. Innenminister Gerhard Karner sagt: "Auffallend ist, dass hier online oder auch das Internet eine besonders intensive, um nicht zu sagen entscheidende Rolle spielt."
Österreichweit sind die Straftaten in diesem Bereich um 42 Prozent gestiegen.
Wie gefährlich die Lage ist, zeigt auch der Terroranschlag in Villach im Februar des Vorjahres. Ein 14-Jähriger wurde getötet, fünf weitere Menschen teils schwer verletzt. Laut Bericht legte der Täter kurz vor der Tat einen Treueschwur auf die Terrororganisation IS ab.
Zudem fanden Ermittler Aufzeichnungen mit Gewaltfantasien. Der Prozess gegen den Attentäter ist für den 27. und 28. Mai angesetzt.
Auch der Rechtsextremismus nimmt zu. Kärnten verzeichnet hier den stärksten Anstieg: Die Zahl der Straftaten stieg um 50 Prozent.
Die Szene ist laut Behörden breit aufgestellt. "Es gibt zahlreiche Gruppen, sowohl in Messenger-Diensten, Online-Plattformen, aber auch in der Gaming-Szene", sagt Sylvia Mayer von der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst.
Bei 277 Hausdurchsuchungen in ganz Österreich wurden zahlreiche NS-Devotionalien sichergestellt.