Hort-Mitarbeiter darf nicht mehr über Corona sprechen

Dem Mitarbeiter wurde klar verboten, über die Corona-Maßnahmen zu reden.
Dem Mitarbeiter wurde klar verboten, über die Corona-Maßnahmen zu reden.iStock / privat
Unter Androhung der Kündigung ordnete das Magistrat einen Hort-Mitarbeiter an, die Covid-19-Maßnahmen nicht mehr im Team zu besprechen. 

Offenbar wollte ein Mitarbeiter eines Wiener Horts sich nicht an die vorgeschriebenen Corona-Maßnahmen halten. Darauf deutet zumindest ein harsch formulierter Brief der MA 10 hin. Das interne Schreiben informiert, der Hort-Mitarbeiter habe jeglichen Anweisungen der Hausleitung zu folgen, sowie interne Maßnahmen einzuhalten. Aber nicht nur das: Dem Mann sei es ab jetzt gänzlich untersagt, über alle Themen in Bezug auf Corona zu sprechen. 

Kündigung droht

"Die Covid-19-Notmaßnahmenverordnung ist vom Mitarbeiter nicht zu hinterfragen und zu diskutieren, sondern einzuhalten", ist in dem Schreiben zu lesen. Darüber hinaus sei es dem Mann ab jetzt untersagt, seine persönliche Meinung zu den Maßnahmen kundzutun und im Team zu diskutieren. Die Anweisung erfolgt unter Androhung einer Kündigung, sollte der Betroffene sich nicht daran halten. 

MA 10: "Wir haben die Verantwortung für über 37.000 Kinder"

Eine Sprecherin der MA 10 erklärt im Gespräch mit "Heute", man habe leider immer wieder mit Mitarbeitern zu kämpfen, die sich gegen Sicherheitsmaßnahmen wie das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes oder regelmäßige Corona-Tests wehren. Man wolle nicht riskieren, dass Maßnahmen-Gegner und Corona-Leugner andere mit ihren Sichtweisen beeinflussen. Dafür sei das Risiko zu hoch.  

Die MA 10 und ihre rund 8.600 Mitarbeiter tragen die Verantwortung für über 37.000 Kinder – eine Verantwortung, die die Stadt Wien ausgesprochen ernst nehme. Man sei sich der Wichtigkeit der Einhaltung von Corona-Schutzmaßnahmen bewusst. Als systemrelevante Bildungseinrichtung wolle man die Aufrechterhaltung des Betriebs gewährleisten.

Verunsicherung und Gefährdung anderer ist inakzeptabel

Man erwarte von den Mitarbeitern, dass diese die notwendigen Maßnahmen zur Prävention mittragen, wobei man sich bewusst sei, dass die Pandemie-Situation auch für Mitarbeiter eine Herausforderung darstelle. Dennoch könne man nicht mit dem Wohlergehen von Kindern und deren Familien spielen. 

Der harsche Ton des Schreibens sei der mangelnden Erfahrung mit einer solchen Situation geschuldet. Die Magistrats-Sprecherin betont, dies passiere selten, man stehe aber hinter der grundsätzlichen Botschaft: "Das Prinzip hinter dem Brief ist klar und eindeutig: In Zusammenhang mit der Corona-Pandemie kann eine dienstliche Infragestellung, Verunsicherung und Gefährdung anderer Personen in der Tätigkeit als Vertreter der Stadt Wien nicht akzeptiert werden."

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