Start-Up macht Taschen aus Airbag und Sicherheitsgurt

Neben Rucksäcken produziert "Airpaq" auch Bauchtaschen, Sportbeutel und Fliegen.
Neben Rucksäcken produziert "Airpaq" auch Bauchtaschen, Sportbeutel und Fliegen.Airpaq
Airbags und Sicherheitsgurte sind höchst strapazierfähig und deshalb schwer zu recyceln – bis zwei Start-up-Gründer eine "tragende" Idee hatten.

Eigentlich waren Adrian Goosses und Michael Widmann im Rahmen ihres ersten Semesters in "Strategic Entrepreneurship" auf der Suche nach einem coolen Recycling-Projekt. Auf einem Autoschrottplatz suchten sie nach Inspiration – und fanden sie. Nachdem der erste selbst genähte Prototyp eines Rucksacks aus einem ausrangierten Airbag und einer Gurtschnalle große Begeisterung bei den Mitstudenten auslöste, blieben die beiden dran. Das Resultat ist ihr Start-Up Airpaq.  

2017 sammelten sie mit Crowdfunding ihr Startkapital von knapp 70.000 Euro. "Innerhalb von zwei Stunden hatten wir das Geld", erzählt Goosses der "Süddeutschen Zeitung". Seither haben die beiden 28.000 Gurtschlösser, 80.000 Airbags und 100.000 Sitzgurte zu neuen Produkten weiterverarbeitet. Für diese erfolgreiche Umsetzung wurden sie 2021 mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.

"Unser Ziel ist es, einen Wandel zu einem kreativen und bedachten Umgang mit den kostbaren und knappen Ressourcen unseres Planeten voranzutreiben."

Aufschrei im Netz – 1000-Euro-Schirm nicht wasserdicht

Nachhaltig und recycelt 

Mittlerweile produziert die Firma, die ihren Sitz in Köln hat, mit ihrem 12-köpfigen Team 500 Rucksäcke, Bauchtaschen und Sportbeutel pro Woche. Sogar Fliegen werden im hauseigenen Webshop angeboten. Die Beutel werden in Rumänien per Laser zugeschnitten, gefärbt und genäht. Airbags und Gurte sind Ausschussware eines Autozulieferers in der Nähe. Die beiden Gründer legen hohen Wert auf Nachhaltigkeit: Dazu gehören kurze Transportwege, faire Löhne für die Näherinnen und Öko-zertifizierte Materialien zum Färben. Zudem werden die Abwässer in einer eigenen Kläranlage gereinigt.

Nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip können in Köln sogar gebrauchte Airpaq-Rücksäcke zurückgegeben werden, um Bestandteile dieser dann für neue Produkte wiederzuverwerten. So sollen Ressourcen recycelt und eine technische Kreislaufwirtschaft mit weniger Verschwendung entstehen. Kunden, die ihre alten gebrauchten Rucksäcke auf diese Weise retournieren, bekommen einen 50 Euro-Gutschein für einen neuen Rucksack. Das zahlt sich aus. Immerhin kostet ein neuer "Airpaq" zwischen 100 und 160 Euro.

"Swipe and Match" ist Tinder für den Kleiderschrank

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account sp Time| Akt:
ModeKlimaschutzRecycling

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen