Statt Rolex: Politikerin bekommt Swatch-Uhr

Dieses Foto löste einen Shitstorm aus.
Dieses Foto löste einen Shitstorm aus.Bild: picturedesk.com/APA
Nachdem sie mit ihrer Rolex für Schlagzeilen sorgte, erhält Sawsan Chebli nun eine günstigere Alternative vom Schweizer Botschafter Paul Seger.
Ein Bild der Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli sorgte Ende Oktober für einen Shitstorm. Darauf war zu sehen, dass die SPD-Politikerin eine Rolex am Handgelenk trug. Dabei handelt es sich um das Modell "Datejust 36" mit einem Neuwert von 8300 Franken. Ein Facebook-User hatte das Foto gepostet und dazu geschrieben: "Alles, was man zum Zustand der deutschen Sozialdemokratie 2018 wissen muss." Der Tenor im Netz: Die teure Uhr steht im Widerspruch zum Image der Sozialdemokratin, die sich für ärmere Bevölkerungsschichten einsetzt.

Nun hat die Schweizer Botschaft in Berlin reagiert und Chebli eine günstigere Alternative für ihr Handgelenk geschickt: Eine Swatch-Uhr. Chebli twitterte am Samstag: "So gehen Schweizer mit der Deutschen Rolex-Debatte um. Diese Swatch lag in meiner Post! Ein Geschenk des Schweizer Botschafters." Sie dürfe die Uhr aber leider nicht behalten. "Smart ist die Idee trotzdem. Seine Exzellenz, danke!"

Schon Ende Oktober wehrte sich Chebli auf Twitter gegen ihre Kritiker: "Wer von Euch Hatern hat mit zwölf Geschwistern in zwei Zimmern gewohnt, auf dem Boden geschlafen und gegessen, am Wochenende Holz gehackt, weil Kohle zu teuer war? Wer musste Monate für Holzbuntstifte warten? Mir sagt keiner, was Armut ist", schrieb Chebli auf Twitter und fügt den Hashtag "Rolex" hinzu.

CommentCreated with Sketch.22 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Aus Palästina geflohen

1948 flohen ihre Eltern aus Palästina in den Libanon und lebten fast 20 Jahre in einem Flüchtlingslager. Der Vater machte sich laut "Bild" dann auf den Weg nach Deutschland, wohin er schliesslich seine Familie nachholte. Sawsan Chebli wurde 1978 in Berlin geboren.

In der Rolex-Debatte eilen auch mehrere namhafte Politiker der SPD-Frau zu Hilfe. So schreibt zum Beispiel FDP-Chef Christian Lindner unter anderem auf Twitter: "Was Sawsan Chebli mit ihrem verdienten Geld macht, geht niemanden etwas an. Man muss nicht arm sein, um gegen Armut zu sein." (the)

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