Siebzehn Jahre nach dem Tod von Jörg Haider lässt Stefan Petzner tief blicken. In einem ORF-Interview erzählt der ehemalige FPÖ-Politiker, dass ihn die Vergangenheit bis heute nicht loslässt. "Ich träume regelmäßig von Jörg Haider", sagt er – doch es seien meist Albträume.
Besonders präsent ist für ihn noch immer jener Moment kurz nach Haiders Tod. Bei einer Pressekonferenz bezeichnete Petzner ihn als "Lebensmenschen" – ein Wort, das ihn bis heute begleitet. "Das war eine sehr schwierige Pressekonferenz, weil sich ja da die Ereignisse überschlagen haben", erinnert er sich. Der Begriff sei spontan gefallen: "Ich hatte den weder vorher gekannt noch darüber nachgedacht, das ist einfach alles so gekommen."
Heute sieht er das kritisch. "Ich mag das Wort nicht mehr so, weil es dann immer wieder negativ gegen mich verwendet wurde und Dinge hineinassoziiert wurden, die einfach nicht stimmen", schreibt 5 min.
Petzner rechnet auch mit dem damaligen Umgang in der Öffentlichkeit ab. Sein emotionaler Auftritt habe ihm beruflich und privat massiv geschadet. Gleichzeitig stellt er klar: "Auch Männer dürfen weinen. Weinen ist was Schönes." Den Vergleich zu Ski-Star Hermann Maier zieht er bewusst: "Hermann Maier Ski-Idol hat bei seinem Rücktritt auch geweint, nur mir wurde das nicht zugestanden."
Sein politischer Weg war früh vorgezeichnet. Schon als Bub schrieb er in einem Aufsatz: "Mein Traumberuf ist: Generalsekretär der FPÖ-Bundespartei von Haider und Wahlkampfmanager." Diesen Traum erfüllte er mit nur 26 Jahren. Heute sieht er das zwiespältig: "Welchen Weg gibt’s dann noch? Dann gibt’s nur mehr den Abstieg oder in meinem Fall auch den Absturz ins Bodenlose."
Nach schwierigen Jahren und gesundheitlichen Problemen habe er sich wieder zurückgekämpft. Heute fühlt er sich "voll da und stärker und besser und vor allem auch reifer".