Arbeitete 30 Jahre in Betrieb

AK erkämpft 162.000 € – Firma zahlt Pension nicht

Ein Kärntner sollte eine Betriebspension bekommen. Doch die Firma, wo er jahrzehntelang arbeitete, stellte sich quer – bis die AK einschritt.
Christoph Weichsler
25.03.2026, 21:15
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Mehr als drei Jahrzehnte arbeitete der Kärntner im selben Unternehmen. Schon früh war ihm eine Betriebspension zugesichert worden – als zusätzliche Absicherung für den Ruhestand. Eine Regelung, auf die er sich verlassen hat. Doch nach einem Verkauf der Firma änderte sich die Situation grundlegend.

Neue Eigentümer übernahmen das Ruder, interne Strukturen wurden umgebaut - und alte Vereinbarungen gerieten offenbar in Vergessenheit. Als der Mann schließlich 2022 in Pension ging, wollte von der zugesagten Firmenpension plötzlich niemand mehr etwas wissen. Mehrere Anfragen des Pensionisten blieben unbeantwortet. Für ihn ein Schock – immerhin ging es um viel Geld.

AK zieht vor Gericht

Der Kärntner wandte sich an die Arbeiterkammer Kärnten. Dort nahm sich AK-Jurist Fabio Del Frate des Falls an – und machte die Ansprüche des Mannes gerichtlich geltend. "Gerade bei langjährigen Dienstverhältnissen und nach Betriebsübernahmen geraten solche Zusagen leicht unter die Räder. Für Betroffene kann das massive finanzielle Einbußen bedeuten", so Del Frate. Es folgten zwei Verhandlungstermine – und damit Bewegung in die festgefahrene Situation.

Noch bevor es zu einem Urteil kam, lenkte das Unternehmen ein. Am Ende stand ein außergerichtlicher Vergleich: Der Kärntner erhält nun 162.000 Euro brutto an Firmenpension.

Altes Dokument als Schlüssel

Entscheidend für den Ausgang war ein unscheinbares Detail: Der Mann hatte die alte Pensionsordnung all die Jahre aufgehoben. Nur dadurch konnte er seinen Anspruch eindeutig belegen. Ohne dieses Dokument wäre der Fall womöglich ganz anders ausgegangen.

AK-Präsident Günther Goach richtet deshalb einen eindringlichen Appell an alle Arbeitnehmer: "Vereinbarungen über Firmenpensionen, Prämien oder Zusatzleistungen sollten unbedingt dauerhaft aufbewahrt werden!" Was die Firma schon abgeschrieben hatte, wurde für den Kärntner doch noch Realität - 162.000 Euro dank Hartnäckigkeit und eines alten Papiers.

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