In den letzten Minuten des ersten Qualifying-Abschnitts katapultierte sich der deutsche Haas-Pilot mit einer schnellen Runde auf den zehnten Startplatz vor, war locker für das Q2 qualifiziert. Der Jubel wurde jedoch schnell gestoppt, denn Minuten später strichen die Stewards die Runde des Sohnes von Motorsport-Ikone Michael Schumacher. Der Grund dafür: Schumacher verließ in Kurve drei mit allen vier Rädern die Streckenbegrenzung, hielt sich damit nicht an die Tracklimits – eine mehr als enge Entscheidung, wie die TV-Bilder zeigten.
Schumacher blieb in den letzten Sekunden jedenfalls nicht mehr ausreichend Zeit, um noch einmal auf die Strecke zu fahren. Als 19. schied der Haas-Pilot bereits in der ersten Qualifikationsphase aus. Der US-Rennstall protestierte bei der Rennleitung, forderte eine Starterlaubnis des 23-Jährigen im zweiten Qualifying-Abschnitt, schließlich würde das Verlassen der Streckenbegrenzung in Kurve drei keinen Vorteil bringen. Der Protest war jedoch vergebens.
Nach dem Qualifying konnte es der Deutsche immernoch nicht fassen. "Von unserem Blickwinkel sieht es nicht so aus, als wäre ich rausgefahren. Aber die Rennleitung hat noch mehr Kameras und wenn sie denken, dass ich draußen war, gibt es keinen Grund, da herumzudiskutieren. Sie werden ihre Meinung nicht ändern", meinte der Haas-Pilot bei "Sky".
Gleichzeitig betonte Schumacher, von der Tracklimits-Vorgabe in Kurve drei nichts gewusst zu haben. "Ich dachte, es ist okay, weil da ein Poller steht und wenn man den nicht umfährt, ist es okay. So bin ich in allen Trainings gefahren und habe keine Strafe bekommen", meinte der 23-Jährige. "Vielleicht war es diesmal noch ein wenig mehr, das den Alarm auslöste. Einfach schade", so Schumacher.
Den Großen Preis am Sonntag wird Schumacher nun nach den Rückversetzungen seines Teamkollegen Kevin Magnussen und des Ferrari-Piloten Carlos Sainz wegen Motorstrafen vom 17. Platz aus in Angriff nehmen. Magnussen schaffte es ins Q3, stellte damit unter Beweis, was mit dem Haas möglich gewesen wäre.
Die neuerlichen Tracklimit-Diskussionen kommen nur zwei Wochen, nachdem in Spielberg bereits ein ähnlicher Fall Diskussionen auslöste. Red-Bull-Pilot Sergio Perez verließ im Q2 ebenfalls bei seiner schnellen Runde die Strecke mit allen vier Rädern, seine Runde wurde allerdings erst nach Beendigung der Session gestrichen. Er durfte nicht am dritten Qualifying-Abschnitt teilnehmen, Pierre Gasly durfte aber auch nicht nachrücken.