Es war wohl einer jener Internet-Pranks, die in Sekunden kippen können: In der Metro von Mexiko-Stadt soll ein Mann mitten in einem Waggon eine Dose Surströmming geöffnet haben. Die schwedische Delikatesse gilt als einer am schlimmsten stinkende Fische der Welt.
Schon wenige Sekunden später reagieren die Menschen in unmittelbarer Nähe auf den extremen Geruch: Einige verziehen das Gesicht, halten sich Kleidung oder Hände vor Mund und Nase und versuchen, Abstand von der geöffneten Dose zu bekommen. Die zunächst ruhige Situation kippt schnell. In den Social-Media-Posts auf Instagram und X ist von "absolutem Chaos", Gedränge, Gerangel, einem Polizeieinsatz die Rede.
Die Mitreisenden sollen bei dem plötzlich beißenden Geruch rot gesehen haben und den "Lustigen" bis zur Übergabe an die Polizei verprügelt haben. Offizielle Angaben der Behörden lagen dazu zunächst nicht vor.
Der Grund für die heftige Reaktion: Surströmming ist kein gewöhnlicher Fisch aus der Dose. Es handelt sich um fermentierten Ostseehering, der in Salzlake reift und später luftdicht verpackt wird. Dabei entstehen Gase – deshalb sind die Dosen oft gewölbt. Wer sie öffnet, bekommt den Geruch sofort ab.
Der Gestank ist berüchtigt, weil bei der Fermentation mehrere stark riechende Stoffe entstehen. Dazu gehören Schwefelverbindungen, Trimethylamin und Säuren, die an faulen Fisch, faule Eier, ranzige Butter oder Essig erinnern können. Besonders Schwefelwasserstoff sorgt für den typischen "faule Eier"-Eindruck.
In Schweden wird Surströmming traditionell nur im Freien gegessen. Üblich sind etwa dünnes Brot, Kartoffeln, Zwiebeln und Sauerrahm oder ähnliche Beilagen. Für Fans ist der Geschmack Teil der Tradition – für viele Unvorbereitete bleibt aber vor allem der Geruch hängen. In öffentlichen Gebäuden ist der Verzehr strikt verboten!
Genau das machte den Prank in Mexiko-Stadt so brisant. Surströmming mag für manche eine Delikatesse sein, in einem geschlossenen U-Bahn-Waggon kann sich der Geruch rasch ausbreiten – und während der Fahrt kann ihm niemand entkommen.