Anfang Dezember verkündete die Wiener Austria die Trennung von Cheftrainer Manfred Schmid. Der 51-Jährige wurde trotz erfolgreicher eineinhalb Jahre vor die Tür gesetzt. Nachdem man sich nicht auf eine Verlängerung des im Sommer auslaufenden Vertrags einigen konnte, entschieden beide Seiten, den Vertrag sofort aufzulösen. Dem lagen "Auffassungsunterschiede" über die sportliche Entwicklung zugrunde, teilte der Verein mit.
Bei den Fans sorgte die Entscheidung der Vereinsspitze jedenfalls für Wut. In Foren hagelte es heftige Kritik, die Fanklubs riefen in einem gemeinsamen Statement zum Zurücklegen der Mitgliedschaft auf.
Nun meldet sich auch Peter Stöger zum Rauswurf seines ehemaligen Weggefährten zu Wort. Schmid war unter Stöger Co-Trainer bei den Veilchen. Die beiden konnten in der Saison 2012/13 sensationell den Meistertitel in der österreichischen Bundesliga feiern. Nach dem Titel zog es die beiden Österreicher weiter zum deutschen Kult-Klub Köln. Mit den Geißböcken gelang 2013/14 der Aufstieg in die deutsche Bundesliga und der Durchmarsch in den Europacup. Ab 2019 trennten sich die Wege der beiden, das Verhältnis soll nicht mehr das Beste sein.
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"Der Zeitpunkt war für mich überraschend. Ich habe nicht so viel Einblick, wie ihr möglicherweise glaubt. Deswegen gehe ich davon aus, dass es aufgrund der Meinungsverschiedenheiten zu dieser Entscheidung gekommen ist", erklärt Stöger im "Audiobeweis" bei "Sky".
Den Unmut des violetten Anhangs kann der 56-Jährige durchaus verstehen. "Man hat es fantechnisch verstanden, kleinere Brötchen zu backen und war damit einverstanden. Der Mannschaft ist es zu wünschen, dass sie weiterhin die Unterstützung der Fans erhält", hofft der Ex-Austria-Coach auch weiterhin auf lautstarken Support der Austria-Fans.
Die finanzielle Situation bei den Veilchen ist weiterhin sehr angespannt. Das Jahresergebnis nach Steuern bereitet Grund zur Sorge. Dieses ist nämlich tiefrot, beträgt -7,058 Millionen Euro. Und ist damit doppelt so hoch wie noch in der Krisensaison 2020/21 (-4,687 Millionen Euro).
Auch Stöger beunruhigt die Finanzlage des Wiener Klubs. "Es hat sich die wirtschaftliche Lage – obwohl Investoren hinzugekommen sind – nicht wahnsinnig verbessert und ist immer noch schwierig", so der gebürtige Wiener.