Geschäft mit Kindergesundheit

Strafen bis 15.000 €! Aktion scharf gegen Vape-Verkauf

Bunte E-Zigaretten mit hohem Nikotingehalt locken immer mehr Jugendliche in die Sucht. Die Stadt Wien verschärft Kontrollen, droht mit hohen Strafen.
Wien Heute
29.04.2026, 05:30
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Wiens Jugendstadträtin Bettina Emmerling (Neos) stellt das Vorgehen gegen den illegalen Verkauf von Vapes, Nikotinbeuteln und anderen Nikotinprodukten an Minderjährige um. Statt einzelner Schwerpunktaktionen wird das Marktamt ab sofort durchgehend kontrollieren, ohne Ankündigung und das ganze Jahr über.

"Geschäft mit Kindergesundheit"

Parallel dazu intensiviert die Stadt die Zusammenarbeit mit dem Tabakbüro der AGES, um auch Lieferwege konsequent zu verfolgen, heißt es in einer Aussendung. "Hier wird auf dem Rücken der Kindergesundheit Geschäft gemacht und gezielt Sucht aufgebaut. Wer Kinder zur Zielgruppe macht, hat in Wien ein Problem mit mir", betont Emmerling.

Jugendstadträtin Bettina Emmerling (Neos) ist sich des Vape-Problems durchaus bewusst.
Sabine Hertel

Aktion scharf von Marktamt

Die Produkte sind eindeutig auf Kinder und Jugendliche ausgerichtet. Da gibt es bunte Plastikstangerl mit Affengesichtern, Aromen von Mango bis Minze und manche leuchten beim Ziehen wie ein Disco-Stroboskop. Der Nikotingehalt ist hoch und kann locker mit dem von klassischen Zigaretten mithalten. "Wer mit offenen Augen durch die Stadt geht, sieht das Problem vor Schulen und in Parks. Jugendliche, kaum im Teenageralter, ziehen an bunten Einweggeräten und pusten Dampfwolken", so Emmerling.

Seit Februar läuft eine Schwerpunktaktion vom Marktamt. Bei 366 Kontrollen in Geschäften gab es 170 Anzeigen. Dabei wurden unter anderem Verstöße gegen das Tabak- und Nikotinverkaufsverbot an Minderjährige festgestellt, ebenso gegen das Werbeverbot für Tabak- und Nikotinprodukte und das Verkaufsverbot von Alkohol an Jugendliche.

Strafen bis zu 15.000 Euro

Im Fokus stehen vor allem Handy-, Call- und Paket-Shops. In diesen Läden liegen die Vapes oft nicht offen herum, sondern werden auf ein Codewort hin unter dem Ladentisch hervorgeholt. In einem Fall haben Ermittler in Zivil drei Wochen lang ein Geschäft beobachtet, bevor Marktamt, Polizei und Zoll gemeinsam zugeschlagen haben.

Die Rechtslage ist eindeutig und die Strafen sind streng. Der Verkauf von Tabak- und Nikotinprodukten an Personen unter 18 Jahren ist verboten. Wer dagegen verstößt, muss mit bis zu 14.600 Euro Strafe nach dem Tabakgesetz rechnen, beim Wiener Jugendschutzgesetz sogar bis zu 15.000 Euro.

Tägliche Kontrollen

Ab 1. Juli 2026 dürfen Vapes und Nikotinprodukte in ganz Österreich nur mehr in Trafiken verkauft werden. Emmerling stellt klar: "Illegale Verkäufer müssen wissen, in Wien wird ab sofort 365 Tage im Jahr kontrolliert. Jedem Hinweis an das Marktamt wird nachgegangen."

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 29.04.2026, 10:08, 29.04.2026, 05:30
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