Härtere Gangart

Streiks und Proteste im Handel – so geht es weiter

Nach Scheitern der fünften KV-Gesprächsrunde drohen uns jetzt längere Streiks im Handel. Auch weitere Demos vor Geschäften sind geplant.

Wolfgang Bartosch
Streiks und Proteste im Handel – so geht es weiter
Demonstrationen und Proteste (hier in Salzburg) werden fortgesetzt.
FMT-PICTURES - MW / APA / picturedesk.com

Bei der mittlerweile fünften Verhandlungsrunde am vergangenen Donnerstag konnten sich Arbeitgebervertreter und Verhandler der Gewerkschaft erneut auf keinen neuen Kollektivvertrag für die rund 430.000 Handelsbeschäftigten einigen. Zu weit auseinander lagen Angebot (Plus acht Prozent ohne soziale Staffelung) und Forderung (9,4 Prozent mehr Geld). Die Folge am vergangenen Wochenende – Warnstreiks und Kundgebungen in mehreren Landeshauptstädten.

Bereits am Montag, dem 11. Dezember, sollen laut GPA-Chefverhandlerin Helga Fichtinger die Arbeitsniederlegungen und Proteste weitergehen. Allerdings werde man sich von den bisher vergleichsweise kurzen Warnstreiks mit Schwerpunkt an den Vormittagen verabschieden und zu befristeten, über den Tag verteilten längeren Streiks übergehen. Wie schon bisher, wird das Handel und Großhandel betreffen.

"Alle paar Stunden eine andere Filiale"

Bei großen Händlern soll, so Fichtinger, "alle paar Stunden eine andere Filiale" bestreikt werden. Wann und wo werde erst kurz vorher gemeldet. Damit möchte man verhindern, dass Ersatz von anderen, nicht betroffenen Standorten geholt wird. Zudem will man dem Management weniger Zeit geben, Druck auf streikbereite Mitarbeiter auszuüben bzw. die Beschäftigten einzuschüchtern.

Gewerkschaftlich nicht organisierte Geschäfte, also solche ohne einen Betriebsrat, sollen ebenfalls verstärkt in die Kampfmaßnahmen eingebunden werden. Hier ist geplant, vor den Shops Proteste und Info-Veranstaltungen abzuhalten.

Beratung über weiteren Streikfahrplan

Laut Fichtinger ist für Montagmittag eine Konferenz angesetzt, an der neben Gewerkschaftern die Betriebsräte aller größeren österreichischen Handelsunternehmen teilnehmen. Hier soll eine erste Bilanz über die Proteste gezogen werden. Zudem wird ein Streik- bzw. Protest-Fahrplan für den Rest der Woche erstellt – den dritten Advent-Einkaufssamstag inklusive.

Wann die KV-Verhandlungen weitergehen, ist offen. Am Sonntag lag jedenfalls noch kein neuer Terminvorschlag der Arbeitgeber vor.

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