Niederösterreich

Streit mit Chef am Probetag – 700 € AMS-Geld weg

"Unterschreibe den Arbeitsvertrag oder wir schwärzen Dich beim AMS an" – ein Hilfsarbeiter (37) zeigte daraufhin den Vorgesetzten an.
13.06.2022, 15:43

Ein Streit nach einem Probetag und einem nicht unterschriebenen Arbeitsvertrag endete am Montag am Landesgericht Wr. Neustadt. Denn dort musste sich ein leitender Angestellter (58) wegen versuchter Nötigung verantworten. Er soll einem 37-jährigen Hilfsarbeiter gedroht haben.

Die Vorgeschichte: Ein Langzeitarbeitsloser (37) hatte im Jänner im südlichen Niederösterreich einen Probetag bei einer großen Firma. Der 37-Jährige absolvierte den Probetag, die Firma bekam für den 37-Jährigen sogar eine Förderung, in Form einer Eingliederungshilfe.

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Am nächsten Tag sollte der Hilfsarbeiter den Arbeitsvertrag unterschreiben, wollte aber den mutmaßlich benachteiligenden Vertrag nicht unterfertigen. Es kam zu Diskussionen, ein leitender Angestellter (58) kam zufällig vorbei und soll gemeint haben: "Wir werden die Verweigerung der Annahme des Arbeitsplatzes dem AMS melden, dann sind Sie gesperrt."

700 Euro Geld weg

Der 37-Jährige blieb stur, unterschrieb nicht und wurde in der Folge vom AMS gesperrt. Er verlor somit 700 Euro, zeigte den 58-Jährigen jedoch wegen versuchter Nötigung an.

Vor Gericht in Wr. Neustadt trug der Anwalt des Angeklagten vor, dass es mit dem 37-Jährigen immer wieder Probleme gegeben hätte. "Einmal schrie er eine AMS-Mitarbeiterin derart an, dass die Polizei anrücken musste", führte der Advokat aus.

Freispruch für Vorgesetzten

Da die Drohung bzw. Nötigung bzw. versuchte Drohung/Nötigung nicht nachgewiesen werden konnte, wurde der 58-Jährige freigesprochen. 

Nach einem Probetag war übrigens auch einem Familienvater (34) das Geld gestrichen worden - mehr dazu hier.