"Österreich ist asozial"

Streit unter Arabern – jetzt muss Familie ausziehen

Ein Streit um einen Stromausfall eskalierte in einem Wohnhaus in Wien-Favoriten völlig. Nun muss die Mieterin mit ihren Söhnen die Wohnung räumen.
Community Heute
26.08.2026, 19:58
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Völlig eskaliert ist ein Streit in einem Wohnhaus in Wien-Favoriten. Die Folgen für eine Mieterin und ihre beiden Söhne: Das Bezirksgericht Favoriten erklärte die gerichtliche Aufkündigung ihrer Wohnung in der Favoritenstraße für rechtswirksam, sie müssen also raus.

Auslöser des Rechtsstreits war vor allem ein Vorfall am 16. Mai 2025. Gegen 14.30 Uhr fiel damals im gesamten Wohnhaus der Strom aus. Der Geschäftsführer einer im Erdgeschoss angemieteten Bäckerei und ein Mitarbeiter gingen daraufhin zum Sicherungskasten beim Hauseingang, um nach der Ursache zu suchen.

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Streit wegen Stromausfall eskaliert

Kurz darauf kam die zweifache Mutter nach Hause. Ihr Sohn hatte sie bereits über den Stromausfall informiert. Als sie die beiden Männer beim Sicherungskasten bemerkte, kam auch ihr Sohn nach unten. Der Geschäftsführer der Bäckerei versuchte die Situation zu erklären. Doch die Mutter und ihr Sohn sollen ihm nicht richtig zugehört, ihn angeschrien und ihm vorgeworfen haben, Strom zu stehlen.

Die Irakerin verständigte schließlich die Polizei wegen des mutmaßlichen Stromdiebstahls. Dann eskalierte die Situation endgültig. Laut Gericht entwickelte sich zunächst ein Schreiduell, ehe der Sohn den Bäckerei-Chef physisch attackierte.

Arbeiter musste Männer trennen

Ein Mann, der zu diesem Zeitpunkt mit Arbeiten an einer Gasleitung im Keller beschäftigt war, hörte den Streit und eilte nach oben. Er beobachtete laut Urteil, wie der Sohn den Bäckerei-Chef am Kragen packte und hin und her zerrte.

Der Mann, der früher in der Security-Branche tätig gewesen war, befürchtete eine weitere Eskalation. Er griff ein und zog die beiden Kontrahenten auseinander.

Bäckerei-Chef hatte danach Angst

Als die zuvor verständigte Polizei eintraf, war die körperliche Auseinandersetzung bereits beendet. Der Bäckerei-Chef erzählte den Beamten zunächst nichts von der Attacke. Laut Urteil war er zu diesem Zeitpunkt noch immer aufgelöst und verstört. Einen Streit innerhalb der arabischen Community wollte er unbedingt vermeiden, er selbst ist nämlich syrischen Abstammung.

Doch der Vorfall ließ ihn nicht mehr los. Seine Angst war so groß, dass er sich nicht einmal mehr traute, alleine zu seinem Geschäftslokal zu kommen. Erst später erzählte er seinem Anwalt von der Handgreiflichkeit. Dieser informierte im September 2025 die Vermieterseite und forderte Maßnahmen, um die Sicherheit seines Mandanten zu gewährleisten. Wenig später wurde die gerichtliche Kündigung des Mietvertrages eingebracht.

Gericht glaubt Zeugen

Die Mieterin schilderte den Vorfall vor Gericht anders. Nach ihrer Darstellung soll der Bäckerei-Chef ihren Sohn zuerst am Kragen gepackt und geschüttelt haben. Ihr Sohn habe darauf lediglich reagiert und versucht, sich zu wehren. Dieser Version schenkte das Gericht jedoch keinen Glauben, weil sich die Mutter und ihr Sohn bei entscheidenden Punkten in Widersprüche verwickelt hätten.

Die Familie verlor also das Verfahren und muss nun bis Mitte September die Wohnung verlassen. Besonders bitter für die alleinerziehende Frau: Zusätzlich muss sie die Verfahrenskosten in Höhe von 5.229,88 Euro bezahlen.

"Sind von Obdachlosigkeit bedroht"

Die Familie kann das Urteil des Gerichts kaum glauben. Selbst diverse Sozialeinrichtungen konnten der Irakerin nicht weiterhelfen. "Danke für Nichts, wir haben überall eine Absage erhalten. Wir stehen vor der Obdachlosigkeit und keiner kann uns helfen. Ich wusste nicht, dass Österreich so ein asoziales Land ist", erzählt einer der Söhne im "Heute"-Talk. Er hofft, sehr bald eine neue Mietwohnung finden zu können.

{title && {title} } red, {title && {title} } 26.08.2026, 19:58