Eine Familie aus der Wiener Donaustadt saß am Montag plötzlich im Finsteren. Grund dafür war die Kündigung des laufenden Strom- und Gas-Vertrags – und zwar seitens des Energieanbieters. Wolfgang (40) konnte sich bis vor wenigen Wochen noch über einen relativ günstigen Energiepreis freuen. "Der war offenbar zu günstig, also wurde ich einfach gekündigt", erzählt der 40-jährige Wiener im "Heute"-Talk.
Um einen möglichst billigen neuen Vertrag zu bekommen, wartete Wolfgang mit dem Abschluss absichtlich etwas länger. Für die Wiener Netze offensichtlich zu lange. Ende Februar öffnete der Wiener an einem Donnerstagabend einen Brief: Darin setzten ihn die Wiener Netze darüber in Kenntnis, dass er bis spätestens Montag einen neuen Strom und Gas-Anbieter haben müsse. Ansonsten drohe die komplette Abschaltung vom Netz.
"Natürlich habe ich am selben Abend einen neuen Energielieferanten unter Vertrag genommen und alle Dokumente zugeschickt", erzählt er weiter. Allerdings bestand sein alter Vertrag zu dem Zeitpunkt noch, was bedeutete, dass ein neuerlicher Vertragsabschluss gar nicht möglich war. Es kam schließlich, wie es kommen musste: Am Montag saß die vierköpfige Familie ohne Strom zu Hause.
"Mein Nachbar war so nett zumindest meinen Kühlschrank mit einem Verlängerungskabel anzuschließen", so Wolfgang im "Heute"-Talk. Was ihn besonders ärgert: Niemand habe ihn darüber informiert, dass sein Anschluss nicht freigegeben wurde. "Die haben ohne nachzufragen alles abgedreht", wütet er im Gespräch mit "Heute".
Christian Call, Pressesprecher der Wiener Netze, erklärte gegenüber "Heute", wie es zu der Abschaltung überhaupt kommen konnte. Offensichtlich dürfte der neue Energielieferant es verabsäumt haben seinen Kunden über den noch aufrechten Vertrag zu informieren.
Seitens der Wiener Netze habe man keinerlei Infos bekommen, ob nun ein neuer Vertrag bestünde, oder nicht. Auch der vermeintlich neue Energielieferant habe keine Meldung eingereicht. "Nachdem bis zum 3. März 2023 keine Energielieferverträge bei uns eingelangt sind, wurde die Stromanlage drei Tage später um 09.41 Uhr abgeschaltet", erklärt Call weiter.
Genau 24 Minuten später langte laut den Wiener Netzen die Stromanmeldung ein. Die Wiedereinschaltung erfolgte schließlich am folgenden Dienstagmorgen. "Bis heute haben wir allerdings keinen aufrechten Gasvertrag vorliegen. Von einer Abschaltung haben wir aufgrund des Winters und den niedrigen Temperaturen vorerst jedoch abgesehen. Der Kunde bezieht aktuell Gas ohne gültigen Vertrag", erklärt Call weiter. Bis 31. März gäbe es noch eine Schonfrist, ab dann sehe man sich jedoch gezwungen auch diese Zufuhr kappen.
„"Fristen unbedingt einhalten"“
Die Wiener Netze raten allen Kunden dringend alle Lieferverträge, deren Laufzeiten und Bindungsfristen im Auge zu behalten. Sollte ein Kontrakt tatsächlich gekündigt werden, müssen man rechtzeitig (am besten mindestens ein Monat vorher) einen neuen abschließen. Das Beginndatum muss dabei einen Tag nach dem Ende des Altvertrages angesetzt werden.
Falls dennoch Unsicherheiten bestehen sollten, sollte man beim neuen Energielieferanten nachfragen, ob die Anmeldung auch tatsächlich beim Netzbetreiber erfolgt ist. "Seriöse Energielieferanten informieren ihre Kunden von sich aus, wenn Schwierigkeiten oder Probleme auftreten", erklärt Call abschließend.