Fußball-Fans aufgepasst: Kopfbälle sind noch gefährlicher als bisher angenommen. Eine niederländische Arbeitsgruppe hat mehr als 300 Amateurfußballern nach dem Spiel Blut abgenommen und dabei Erschreckendes festgestellt.
Die Forscher fanden erhöhte Konzentrationen bestimmter Biomarker im Blut, die auf verletztes Hirngewebe hindeuten. Der Effekt zeigte sich bereits nach einem einzigen Kopfball. Je mehr Kopfstöße ein Spieler während des Matches ausgeführt hatte, desto stärker stiegen die Marker an.
Wie spektrum.de berichtet, stieg bereits nach einem einzigen Kopfball der Pegel des Eiweißes S100B im Blut an. Das deutet auf eine Schädigung von Gliazellen hin, die die Nervenzellen unterstützen. Ab dem dritten Kopfstoß fanden sich zudem erhöhte Konzentrationen an p-Tau217.
Bei jedem Aufprall gerät das im Nervenwasser schwimmende Gehirn ruckartig in Bewegung. Das Gewebe wird gestaucht und gedehnt. Schon länger ist bekannt, dass Profifußballer ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko für spätere neurodegenerative Erkrankungen haben.
Nach 24 und 48 Stunden hatten sich die Werte zwar wieder normalisiert. Daraus lässt sich aber nicht ableiten, dass sich das neuronale Gewebe folgenlos regeneriert hat.
In den deutschen Leitlinien zum Jugendtraining finden sich inzwischen Empfehlungen, Kopfbälle zu reduzieren und eine Technik zu trainieren, die zu weniger Krafteinwirkung auf das Gehirn führt. Der britischen Fußballvereinigung geht das nicht weit genug: Sie hat den Kopfball für Jugendliche der U11 und darunter zu deren Schutz komplett abgeschafft.