Ein mehr als eintägig andauernder Sucheinsatz endete heute, Sonntag, erfolgreich, nachdem eine Frau (43) im Gebiet Kleinzell, Kalte Kuchl im Wald ausharrte.
25 Rettungskräfte der Bergrettung, zwei Einsatzkräfte der Alpinpolizei und zahlreiche Einsatzkräfte der Feuerwehr waren im Einsatz, um das schwer zugängliche Gelände abzusuchen. Die Bergrettungs-Ortsstellen Lilienfeld, Hohenberg und St. Aegyd standen ebenfalls im Einsatz.
Samstagmittag erfolgte die Erstalarmierung, wonach eine Frau, 43, aus Niederösterreich vermisst wurde. Die Suche dauerte bis in die Nachtstunden, ehe am nächsten Morgen aufgrund der Geländebeschaffenheit die Einsatzkräfte der Bergrettung seitens der Landesleitstelle nachalarmiert wurden.
Die Bergrettungsortsstellen Kleinzell sowie Pernitz starteten mit 25 Bergretterinnen und Bergrettern um 6.00 Uhr Sonntagmorgen mit Suche nach der Vermissten.
"Die frostigen Nächte bergen für Patienten aktuell ein großes Hyperthermie-Risiko. Nachdem bekannt war, dass die Frau bereits ihre erste Nacht im Freien zubrachte, herrschte ein besonders hoher Zeitdruck", so Ortsstellenleiter der Bergrettung Kleinzell, Andreas Böhm.
Daher wurde zunächst in einer aufgelockerten Suchkette nach der Vermissten gesucht, wonach in kleineren Teams die felsdurchsetzten, teils sehr steilen Gebiete sondiert wurden. In jenen Gebieten gibt es rund 20 bis 30, oft mehrere Meter tiefe, Höhlen.
"Einsatztaktisch haben wir diesen Höhlen eine hohe Priorität zugeschrieben, da hier die Trefferwahrscheinlichkeit aufgrund der gesteigerten Überlebenschancen am höchsten war", so Böhm.
Sucheinsätze sind im Allgemeinen meist besonders zeitkritische Operationen, bei denen zumeist große Gebiete rasch abgesucht werden müssen. Deshalb macht sich die Bergrettung Niederösterreich/Wien auch neue Technologien zu eigen, wie Drohnen, die einen raschen, ersten Überblick verschaffen.
"Unsere Drohnenstaffel operiert unterstützend zu den terrestrischen Einsatzteams mit hoher Präzision und Erfolgswahrscheinlichkeit", so Karl Weber, Landesleiter der Bergrettung Niederösterreich/Wien.
"Ungeachtet des technischen Fortschrittes, den Drohnen mit sich bringen, bedarf es hervorragend ausgebildeter Einsatzkräfte am Boden, die Rettungseinsätze durchführen können, diese wissen wir in der Bergrettung Niederösterreich/Wien verortet."
Die Teams der Bergrettung konnten die Frau nach mehr als sieben Stunden gegen 13.00 Uhr stark unterkühlt, aber ansprechbar auffinden. Dank ihrer Kooperation konnte sie rasch erstversorgt werden, wonach sie dem Team des Roten Kreuzes übergeben werden konnte.
"Oberstes Ziel war das rasche Auffinden der vermissten Person. Das haben unsere Einsatzkräfte bewerkstelligt, trotz der ungewöhnlichen Einsatzzeitpunktes, und dafür gebührt unseren Bergretterinnen und Bergrettern großer Dank und Respekt!”, so Weber abschließend.
"Sucheinsätze sind besonders dann erfolgreich, wenn organisationsübergreifend zusammengearbeitet wird, insofern sage ich einen großen Dank an die Kameradinnen und Kameraden der Bergrettung", so Michael Hochgerner Leiter Alpinpolizei Niederösterreich.