Nach einem Unwetter-Wochenende ziehen die Einsatzkräfte in Oberösterreich Bilanz: Mehr als 1.000 Mal mussten die Feuerwehren ausrücken. Orkanartige Böen, umgestürzte Bäume und gefährliche Situationen sorgten in vielen Regionen des Landes für Großeinsätze.
Besonders dramatisch wurde es im Innviertel. In Höhnhart erfasste eine heftige Sturmböe einen 54-jährigen Radfahrer und schleuderte ihn mehrere Meter weit in ein Feld. Der Mann erlitt schwere Verletzungen und musste mit dem Notarzthubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden.
Allein am Sonntag wurden laut ORF OÖ knapp 700 Einsätze gezählt, nachdem bereits am Samstag rund 400 Alarmierungen eingegangen waren. In Enns erreichten die Windspitzen laut Messungen bis zu 115 km/h. Das Unwetter zog vom Innviertel über den Zentralraum bis ins Mühlviertel, betroffen waren jedoch Feuerwehren im gesamten Bundesland.
Die Helfer mussten vor allem umgestürzte Bäume beseitigen, Straßen freiräumen und beschädigte Gebäude sichern. In Wels riss der Sturm Teile des Dachs eines Firmengebäudes ab. Die Trümmer wurden bis auf die B1 geweht.
Für einen Jugendlichen in St. Florian wurde das Gewitter ebenfalls zur Gefahr. Während einer Mopedfahrt versperrten mehrere umgestürzte Bäume seinen Weg. Der Bursch saß fest und verständigte die Einsatzkräfte. Die Feuerwehr schnitt schließlich mit Motorsägen einen Fluchtweg frei.
Auch auf den Seen im Salzkammergut sorgte die Wetterlage für heikle Momente. Am Attersee mussten Segler gerettet werden, mehrere Stand-up-Paddler gerieten in Schwierigkeiten. Am Wolfgangsee unterschätzten zwei Kajakfahrer Sturm und Wellengang und mussten von der Wasserrettung ans Ufer gebracht werden.
Trotz der enormen Zahl an Einsätzen blieb Oberösterreich von größeren Personenschäden weitgehend verschont. Die Einsatzkräfte verhinderten mit ihrem raschen Eingreifen vielerorts Schlimmeres.