"Zwangshochzeiten darf es in Österreich nicht geben"

Frauen- und Integrationsministerin Susanne Raab (VP)
Frauen- und Integrationsministerin Susanne Raab (VP)Bild: zVg

"Heute" berichtete unlängst über den Verein "Orient Express", der von Zwangheirat bedrohte Frauen in Wien betreut. Zum Weltfrauentag nimmt sich Ministerin Susanne Raab (VP) des Themas an.

Die Zahlen, die Selma Demir kürzlich im "Heute"-Gespräch nannte, sind besorgniserregend. Demir ist für den Wiener Verein "Orient Express" tätig, der vor Zwangsheirat bedrohten Mädchen im Alter zwischen 16 und 24 Jahren in einer geheimen Notunterkunft Schutz bietet.

Immer mehr bedrohte Frauen

Wie berichtet, ist die Zahl der bedrohten Klientinnen zuletzt stark angestiegen. 2018 waren es 123 Frauen, die "Orient Express" konsultierten, 2019 bereits 139. 36 (2018) bzw. 40 (2019) wurden anschließend in einer Schutzeinrichtung untergebracht. Viele Betroffene finden den Weg zum Verein auch über das Jugendamt, die Polizei oder den Frauen-Notruf.

Ministerin Raab: "Null Toleranz"

Im Gespräch mit "Heute" zeigt sich nun auch die neue Frauen- und Integrationsministerin Susanne Raab besorgt über die Tendenz und tritt entschieden gegen Zwangsheirat in Österreich auf: "Es darf null Toleranz bei solchen Fällen geben. Wir müssen alles tun, dass Mädchen und Frauen vor Zwangsheirat geschützt werden. So etwas darf es in Österreich nicht geben."

Treffen mit "Orient Express"

Raab macht die Thematik, die vorwiegend Frauen mit Migrationshintergrund trifft, anlässlich des Weltfrauen-Tages (9. März) zur Chefinnensache. Die VP-Politikerin trifft Vertreter des Vereins "Orient Express", die viel Erfahrung mit schrecklichen Fällen betreffend Gewalt und Missbrauch, Genitalverstümmelung und Zwangsheirat haben.

Polizei und "Equal-Pay-Siegel"

Auch sonst hat die Ministerin ein straffes Programm. Mit Innenminister Karl Nehammer (ebenfalls VP) stattet sie der Polizei einen Besuch ab, um sich von den Jobchancen von Frauen bei der Exekutive zu überzeugen. Am Freitag präsentiert Susanne Raab mit Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) dann das "Equal Pay Siegel", mit dem die Gleichstellung von Frauen und Männern vorangetrieben werden soll. Ziele: transparente Einkommen und mehr weibliche Führungskräfte.

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