Immer mehr Gewalttaten gegen Juden und jüdische Einrichtungen in Österreich. "Was jüdische Gemeinden in Österreich bereits befürchtet hatten, ist eingetreten", heißt es aus der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg, Steiermark und Kärnten. Weiter: "Nur wenige Tage nach der umstrittenen Entscheidung des Landesgerichtes für Strafsachen Graz, einen Angriff auf die Synagoge mit einem Diversionsbetrag von 100 Euro abzutun, erfolgte am höchsten jüdischen Feiertag, dem Yom Kippur, der nächste Angriff."
Am Donnerstagvormittag ist die Grazer Synagoge erneut Ziel eines Angriffs geworden. Laut einer Aussendung der Israelitischen Kultusgemeinde hat ein Radfahrer eine Glasflasche in den Hof des bewachten Gebäudes geworfen und ist danach geflüchtet. Wie kleinezeitung.at berichtet, waren zu diesem Zeitpunkt Mitglieder der Gemeinde in der Synagoge – zum Glück wurde niemand verletzt. Bereits im Mai hat es einen ähnlichen Vorfall gegeben.
Die steirische Polizei bestätigt, dass tatsächlich ein bisher unbekannter Täter die Flasche geworfen hat. Der Vorfall wird jetzt genau untersucht. Besonders brisant: Der Angriff ist an Yom Kippur passiert, dem höchsten jüdischen Feiertag. Die Sicherheitsmaßnahmen rund um die Synagoge wurden daraufhin noch einmal verschärft.
Elie Rosen, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde für Salzburg, Steiermark und Kärnten, hat den Angriff mit einer Verharmlosung antisemitischer Taten in Zusammenhang gebracht. "Der Weg 'nach Manchester' (Terrorangriff vor Synagoge mit zwei Toten) vollziehe sich selten in einem Sprung, sondern fast immer in kleinen Schritten", so Rosen.