Mehrere hundert Menschen haben sich am Sonntag im christlichen Altstadtviertel Bab Tuma in Damaskus versammelt. Unter starker Polizeipräsenz demonstrierten sie gegen geplante Einschränkungen beim Alkoholverkauf.
"Eingriff in die individuellen Freiheiten" stand auf einem Transparent der Demonstranten.
Die islamistisch geführte Provinzverwaltung von Damaskus hatte am Dienstag angekündigt, dass der Alkoholverkauf künftig auf nur drei christliche Viertel der Hauptstadt beschränkt werden soll. Darunter befindet sich auch Bab Tuma. Den Geschäften wurden drei Monate Zeit gegeben, sich den neuen Regelungen anzupassen.
Noch drastischer: Der Alkoholausschank in Bars und Restaurants soll ganz verboten werden. Seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Baschar al-Assad im Dezember 2024 hatte die islamistische Übergangsregierung zunächst keine Einschränkungen für das gesellschaftliche Leben erlassen.
Damals versicherte man noch, die Rechte der Minderheiten in Syrien zu achten. Inzwischen lösten einige Verbote aber Besorgnis über eine Islamisierung des Landes aus.
So müssen Frauen an öffentlichen Stränden mittlerweile Ganzkörper-Badeanzüge tragen. In der Provinz Latakia gilt außerdem bereits ein Schminkverbot für Beamtinnen.