Blues-Legende wieder zurück

Taj Mahal lässt mit "Time" die Zeit stillstehen

Blues-Ikone Taj Mahal meldet sich zurück: Am 1. Mai erscheint sein neues Album "Time" – ein emotionales Werk zwischen Soul, Roots und Geschichte.
Jochen Dobnik
14.04.2026, 20:54
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Er ist eine lebende Legende – und hat noch lange nicht genug: Taj Mahal meldet sich mit einem neuen Album zurück, das nicht nur Fans von Blues und Soul elektrisieren dürfte. Am 1. Mai erscheint "Time" – und schon jetzt wird klar: Dieses Werk ist mehr als nur eine weitere Platte, es ist ein musikalisches Statement.

Der ikonische Sänger und Songwriter (bürgerlich Henry St. Clair Fredericks, Jr.) liefert eine klangvolle Reise durch Soul, Roots, Folk, Reggae und Blues – getragen von einer Stimme, die auch nach Jahrzehnten nichts von ihrer Ausdruckskraft verloren hat. Das Album wirkt wie ein musikalisches Tagebuch, das Vergangenheit und Gegenwart mühelos miteinander verknüpft.

Für besondere Gänsehaut sorgt der Titelsong: eine bislang unveröffentlichte Komposition von Bill Withers. Der Song wäre beinahe in Vergessenheit geraten – bis Produzent Steve Berkowitz ihn zu Taj Mahal brachte.

Für den Musiker ein Herzensprojekt: "Meine Ex-Frau ging mit Bills Frau zur Schule, daher kannten sie sich, und ich hatte die Gelegenheit, etwas Zeit mit ihm zu verbringen. Bill konnte mit einer Akustikgitarre auf die Bühne gehen und etwas wie 'Grandma’s Hands' singen, und es fand bei den Leuten so tiefen Anklang. Er sprang nicht auf und ab oder versuchte, auffällig zu sein – er hatte einfach sein eigenes Tempo und seine eigene Art, Dinge zu tun. Diese Ehrlichkeit in seiner Musik bedeutete mir sehr viel. Als dieser Song dann auftauchte, hörte ich ihn mir ein paar Mal an und spürte diese Bewegung und diese Botschaft darin. Und wir waren dankbar, seinen Segen zu erhalten, ihn aufzunehmen."

Aufgenommen wurde das Album bereits 2010 gemeinsam mit der legendären Phantom Blues Band – einer Formation, die Taj Mahal seit Jahrzehnten begleitet – im Ultratone Studio in Kalifornien.
Mike Coeyman

Auch Produzent Tony Braunagel schwärmt von der Entstehungsgeschichte des Tracks:
"Während der Aufnahmen zum kommenden Album 'Time' engagierten die Produzenten und Mitglieder der Phantom Blues Band, ich selbst und Larry Fulcher, unseren langjährigen Freund Steve Berkowitz als Berater, um uns bei den Kontakten zu Plattenfirmen für die Veröffentlichung zu unterstützen. Steve, ein äußerst kreativer und erfahrener Manager, hatte eine geniale Idee. Während seiner Zusammenarbeit mit Bill Withers, als dieser noch unter uns war, waren sie auf eines von Bills unveröffentlichten Demos mit dem Titel 'Time' gestoßen. Steve wurde klar, dass der Song perfekt zu Taj passen würde"

"Da das Album noch in Arbeit war, spielte er ihn vor, und er wurde sofort begeistert aufgenommen. Der Gesang ist ernsthaft und von Herzen kommend und fängt die Tiefe und das Gewicht ein, die den Kern des Originals von Bill Withers ausmachen. Nachdem der letzte Schliff gegeben und der Track abgemischt worden war, sicherte er sich einen festen Platz auf dem Album. Der Song vermittelt eine gemeinsame menschliche Erfahrung, wobei Withers’ Vision nun durch Taj und seine begabten Mitwirkenden gewürdigt und gefeiert wird – bereit, gehört und angenommen zu werden", so Braunagel, der auch bereits für Eric Burdon, Deb Ryder und The Jimmys gearbeitet hat.

Doch "Time" hat noch mehr zu bieten: Taj Mahal interpretiert unter anderem den Bob-Marley-Klassiker "Talkin’ Blues" – mit prominenter Unterstützung von Ziggy Marley. Dazu kommen Tracks wie das swingende "Wild About My Lovin’" oder das von afro-kubanischen Rhythmen geprägte "You Put The Whammy On Me". Das Ergebnis: ein vielschichtiger Sound, der mühelos zwischen Genres und Kontinenten wandert.

Taj Mahal
Mike Coeyman

Dass Taj Mahal zu den prägendsten Figuren der amerikanischen Musikgeschichte gehört, ist unbestritten. Mit über 40 Alben, mehreren Grammy-Auszeichnungen und dem Lifetime Achievement Award 2025 hat er Musikgeschichte geschrieben – und gleichzeitig immer wieder neu definiert. Sein Einfluss reicht von den Rolling Stones bis zu Bonnie Raitt.

Mit "Time" beweist er einmal mehr, dass er nicht nur Hüter des Blues ist, sondern auch ein musikalischer Entdecker. Ein Album, das Vergangenheit ehrt, die Gegenwart einfängt – und dabei klingt, als wäre die Nacht noch lange nicht vorbei.

{title && {title} } dob, {title && {title} } 14.04.2026, 20:54
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