Mehrere tausend Menschen haben am Samstag in der Schweiz gegen die Einführung des Mobilfunk-Standards 5G demonstriert. Auf dem Bundesplatz in Bern protestierten sie gegen "Zwangsbestrahlung".
Zur Kundgebung aufgerufen hatte die neue Umwelt- und Konsumentenorganisation Frequencia. Sie setzt sich nach eigenen Angaben mit den Risiken der Digitalisierung und der Mobilfunk-Technologien auseinander.
"Ein Verbrechen gegen Menschenrechte"
Mehrere Rednerinnen und Redner warnten vor dem Bundeshaus vor erheblichen Risiken für Gesundheit, Umwelt, Demokratie und Sicherheit, die mit Mobilfunk im Allgemeinen und mit der Einführung von 5G im Speziellen verbunden seien.
Die Behörden und die Telekommunikations-Branche mussten viel Kritik einstecken. Sie mussten sich vorwerfen lassen, wirtschaftliche Interessen über alles zu stellen und die Menschen dreist anzulügen. 5G sei "ein Verbrechen gegen Menschenrechte", stand auf einem der vielen Transparente geschrieben.
Bereits im Mai hatte es eine Stop-5G-Kundgebung auf dem Berner Waisenhausplatz gegeben. Im Anschluss daran entstand die Organisation Frequencia.
Für Wahlfreiheit
"Wir sind für strahlungsarme Lebensräume und für Wahlfreiheit bezüglich der Kommunikationsmittel", hält die Organisation in einem Communiqué fest. Zu bedenken sei, dass nur 20 Prozent aller mobilen Verbindungen im Freien hergestellt würden. 80 Prozent gingen vom Innern von Gebäuden und von Verkehrsmitteln aus.
Die Organisation fordert deshalb eine strahlungsarme Lösung auf Basis des Glasfasernetzes. Innenräume sollten nur dort mit Strahlung bedient werden, wo das jemand ausdrücklich wolle. So müssten die Mobilfunkmasten lediglich den mobilen Verbindungen im Freien dienen und könnten viel schwächer strahlen.
Auch in Österreich ein Reizthema
Die 5G-Technologie polarisiert auch in Österreich. Unlängst hat das Parlament eine Studie zu den gesundheitlichen Auswirkungen der Strahlung in Auftrag gegeben. Bis Jänner 2020 sollen die Experten des Instituts für Technikfolgeabschätzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ITA) und des Austria Institute of Technology (AIT) ihre Resultate vorlegen.
Mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G können Daten bis zu hundertmal schneller gesendet werden als mit der Vorgängertechnologie 4G.
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