In Berlin sind am Sonntag Tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen sexualisierte Gewalt im Internet zu protestieren. Die Veranstalterinnen sprachen von rund 15.000 Teilnehmern am Brandenburger Tor, die Polizei zählte etwa 6.700.
Die Demonstration stand im Zeichen der Solidarität mit Schauspielerin Collien Fernandes, die am Donnerstag schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen öffentlich gemacht hatte. Es geht dabei um das Verbreiten gefälschter pornografischer Aufnahmen. Ulmen bestreitet die Anschuldigungen, es gilt die Unschuldsvermutung.
Prominente Politikerinnen wie die frühere SPD-Chefin Saskia Esken und die ehemalige Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt nahmen an der Kundgebung teil, ebenso die Klimaaktivistin Lisa Neubauer.
Bundesjustizministerin Stefanie Hubig kündigte bereits ein härteres Vorgehen an. Das Erstellen und Verbreiten von sexualisierten Deepfakes soll künftig ausdrücklich strafbar werden. Für gefälschte Pornos oder heimliche Sex-Fotos sollen bis zu zwei Jahre Haft drohen.
"Wir wollen dafür sorgen, dass sich Täter nicht mehr sicher fühlen können, sondern dass sie damit rechnen müssen, dass sie bekannt und wirksam strafrechtlich verfolgt werden", sagte Hubig.
Die Pläne stoßen auf breite Zustimmung. Abgeordnete von CDU, SPD, Grünen und Linken fordern ein schnelles Gesetz gegen digitale Gewalt. Auch Bundesfrauenministerin Karin Prien betonte: "Wir müssen Frauen und Mädchen besser vor digitaler Gewalt schützen."
Fernandes selbst nahm nicht an der Demo teil, unterstützte aber den Aufruf. In einer Erklärung rief sie dazu auf, die "Mauer des Schweigens" einzureißen. Weitere Demonstrationen sind angekündigt, etwa am Donnerstag in Hamburg.