Am Rande der Rwenzori-Berge im Westen Ugandas haben Tausende Menschen Abschied genommen. König Oyo Nyimba Kabamba Iguru Rukidi IV. (†34) vom traditionellen Tooro-Königreich wurde neun Tage nach seinem Tod beigesetzt. Ende August war er im Alter von nur 34 Jahren an Krebs gestorben.
Sein Leben war von Anfang an außergewöhnlich. Nach dem Tod seines Vaters wurde Oyo 1995 im Alter von gerade einmal drei Jahren gekrönt. Im vergangenen Jahr erkannte ihn das Guinness-Buch der Rekorde offiziell als jüngsten König der Welt an.
Die Beisetzung folgte uralten Zeremonien. Ein Oberpriester führte den Sarg und den Thronfolger zu Fuß zu den sechs Kilometer entfernten Königsgräbern. Dort legte der künftige König Rindentuch auf den Leichnam, warf neun Kaffeebeeren ins Grab und goss Milch aus einer Kalebasse auf den Boden.
Damit werde der neue König den Geistern vorgestellt und um deren Schutz gebeten, erklärte der Tooro-Älteste Adam Nyakaana der Deutschen Presse-Agentur.
Überschattet werden die Trauerfeierlichkeiten von einem heftigen Konflikt darüber, wer Oyo nachfolgen soll. Für das Königreich mit rund 800.000 Einwohnern ist das keine bloße Formsache. Der König gilt als kultureller Anführer, ist Schirmherr von Bildungs- und Gesundheitsprojekten und vermittelt in sozialen Konflikten.
Politisch betätigen dürfen sich Ugandas traditionelle Könige nicht, ihre Aufgaben sind gesellschaftlicher und zeremonieller Natur. Oyo engagierte sich vor allem im Kampf gegen HIV und Aids sowie für den Umweltschutz.
Genau daran will die anglikanische Church of Uganda anknüpfen. Sie kündigte an, zu seinem Gedenken 15 Millionen Bäume zu pflanzen.