Nach einem versuchten Einbruch bei einem Marktstand in Wien-Währing sorgt jetzt nicht nur die Tat selbst, sondern vor allem die Gesetzeslage für heftige Diskussionen. Obwohl die Polizei mehrere Verdächtige festnahm, mussten die Jugendlichen kurz darauf wieder freigelassen werden.
Der Vorfall ereignete sich in der Nacht auf Sonntag am Johann-Nepomuk-Vogl-Markt im 18. Bezirk. Laut Polizei sollen vier Jugendliche versucht haben, in ein Marktstand einzubrechen. Beamte rückten an und konnten drei Tatverdächtige vorläufig festnehmen. Doch Konsequenzen gab es kaum.
Wie "Heute" erfuhr, sollen sich die Jugendlichen während der Amtshandlung völlig unbeeindruckt gezeigt haben. Die Teenager hätten die Beamten ausgelacht und sich offen über Polizei und Justiz lustig gemacht. "Könnts uns eh nix machen", soll einer der Verdächtigen gesagt haben.
Besonders brisant: Einer der Jugendlichen ist erst 13 Jahre alt und damit strafunmündig. Laut Zeugen habe der Teenager sogar offen geprahlt: "Wenns mich einsperren, bin ich eh bald wieder zu Hause."
Die Polizei musste die Jugendlichen nur kurze Zeit später tatsächlich auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien auf freiem Fuß anzeigen.
Für zusätzlichen Ärger sorgt nun, dass die Teenager laut "Heute"-Informationen keine Unbekannten sein sollen. Die Fingerabdrücke der Jugendlichen seien bereits im Zusammenhang mit früheren Straftaten dokumentiert worden – die Verdächtigen gelten somit als polizeibekannt.
Bei den Tatverdächtigen handelt es sich laut Informationen um einen Ukrainer (15) und einen Österreicher (16). Eine weitere Staatsangehörigkeit ist derzeit noch ungeklärt. Der Fall heizt nun erneut die Debatte rund um strafunmündige Jugendliche und mögliche Konsequenzen für junge Intensivtäter an.