Kaum ein Tag vergeht ohne Schlagzeilen über gewalttätige oder kriminelle Jugendliche: 13-Jährige, die in Trafiken einbrechen – Teenie-Banden, die mit gestohlenen Autos in Gärten krachen – Schüler, die sich wegen der Nötigung eines Mädchens vor Gericht verantworten müssen.
Seit der Pandemie seien Gewaltvorfälle an den oberösterreichischen Schulen gestiegen, erklärt Bildungsdirektor Alfred Klampfer: "Gerauft wurde schon immer, jetzt wird schneller ordentlich gerauft." Einen Beitrag zu dieser Entwicklung leiste auch der wachsende Zugang zum Internet.
Dort kommen Kinder schneller und einfacher mit Gewaltszenen in Kontakt. Durch einen unreflektierten Umgang mit digitalen Medien werden ungeeignete Konfliktlösungsstrategien vorgezeigt: Sieg und Ruhm wird – zum Beispiel in Videospielen – oft dadurch erreicht, dass anderen geschadet wird. Das Problem: Die Empathie-Fähigkeit der Kinder nimmt ab.
Das Land OÖ will dem jetzt einen Riegel vorschieben – und zwar schon bevor die Probleme sichtbar werden: Mit dem neuen Modul "Gewaltprävention" des Lebenskompetenzprogramms soll Volksschülern altersadäquates Wissen über Gewalt vermittelt werden.
Dabei werden zum Beispiel in der Klasse gemeinsam Lösungsstrategien für Konfliktsituationen erarbeitet. Dazu gehört zum Beispiel Wissen über die "Gewaltspirale": Situationen mit einem kleinen Auslöser, die sich zu immer heftigeren Eskalationsstufen aufschaukeln. Die Kinder lernen dabei, wie sie aus solchen Spiralen rascher aussteigen können.
"So helfen wir Kindern, Konflikte ohne Gewalt zu lösen und ihre sozialen Fähigkeiten zu stärken", freut sich Bildungslandesrätin Christine Haberlander (ÖVP). "Gleichzeitig unterstützen wir unsere Pädagoginnen und Pädagogen dabei, ein sicheres und wertschätzendes Umfeld zu schaffen."
Das Modul wurde schon vergangenen Herbst in einer Pilotschule erfolgreich erprobt. Jetzt stehen die Schulung für Lehrkräfte und das Manual auch allen anderen Volksschulen kostenlos über das Institut Suchtprävention kostenlos zur Verfügung.