Donald Trump ließ sich auch von einem mächtigen Pfeifkonzert nicht beirren. Ungerührt von den Unmutsbekundungen vieler Zuschauer, als er an der Seite von FIFA-Präsident Gianni Infantino den Rasen des Finalstadions betrat, winkte der US-Präsident ins Publikum. Wenig später übergab er gemeinsam mit dem FIFA-Chef den WM-Pokal an Spaniens Kapitän Rodri. Anschließend unterhielt sich Trump noch mit einigen spanischen Spielern und posierte schließlich grinsend am rechten Rand des Siegerfotos.
Infantino hatte ihn dezent dazu animiert, das Zentrum der Aufmerksamkeit dem siegreichen Team zu überlassen. So wurde der Final – im Gegensatz zu seinem skurrilen Auftritt bei der Club-WM im Vorjahr, als er bei der Siegerehrung inmitten der Chelsea-Profis stehen geblieben war – nicht zur von vielen befürchteten Trump-Soloshow.
Fast ein wenig verloren stand er mit Infantino noch im goldenen Konfettiregen abseits auf dem Podium, als das spanische Team schon lange feierte. Und dennoch: In die Schlagzeilen gerät der mächtigste Mann der Welt natürlich. So wurde er schon während des WM-Finales zwischen Spanien und Argentinien immer wieder im TV eingeblendet – stets an der Seite von Infantino. Natürlich erwähnten das auch die Kommentatoren, die die Partie übertrugen. Einer davon war Oliver Schmidt beim ZDF. Der Deutsche meinte: "Und da ist der US-Präsident und sein Telefonjoker, rechts, sein Lakai: Gianni Infantino."
Für diese Worte ging der Kommentator viral. Tausendfach wurde er auf Social Media mit kleinen Videos und Tweets gefeiert. Hintergrund seiner Aussage: die telefonische Intervention des US-Präsidenten bei Infantino nach der Roten Karte von US-Star Folarin Balogun. Für den US-Präsidenten war es im 104. und letzten Spiel der erste Stadionbesuch bei dieser WM. Trump saß auf der Ehrentribüne auf Höhe der Mittellinie zwischen seiner Ehefrau Melania und Infantino hinter Plexiglas.
Als ihn die TV-Kameras einfingen, verhinderte die Spiegelung einen klaren Blick auf die Prominenz – merkliche Reaktionen aus dem Stadionpublikum auf Trump und Infantino gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Argentinien verlor mit Superstar Lionel Messi den WM-Final in der Verlängerung mit 0:1 gegen Spanien.