Der deutsche Online- und Kataloghändler Hagen Grote hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Das Unternehmen, das seit 1987 hochwertige Küchenartikel und Delikatessen vertreibt, kämpft seit Längerem mit massiven Umsatzrückgängen.
Die Geschäftsidee entstand eher zufällig: Gründer Hagen Grote wollte mit Anfang 40 nicht nur Golf spielen und machte sein Hobby - das Kochen - zum Beruf. Aus einem kleinen Katalog entstand ein Spezialversender für Hobbyköche, der sein Sortiment später um Wohn- und Dekoartikel erweiterte.
Wie chip.de berichtet, sank der Umsatz des Unternehmens im Jahr 2023 um satte 22 Prozent. 2024 folgte ein weiteres Minus von rund elf Prozent. Als Gründe werden preisaggressive Konkurrenz aus Asien, Inflation und allgemeine Kaufzurückhaltung genannt.
Plattformen wie Temu machen dem europäischen Handel zunehmend zu schaffen. Schätzungen zufolge sind allein dem deutschen Textilhandel im vergangenen Jahr rund drei Milliarden Euro Umsatz durch asiatische Portale entgangen. Auch Versandhändler wie Hagen Grote spüren den Preisdruck.
Für die 87 Beschäftigten des Unternehmens ist das Insolvenzgeld bis einschließlich April gesichert. Externe Sanierungsberater begleiten die Umstrukturierung, die Geschäftsführung bleibt vorerst im Amt.
Ziel ist es, einen Investor zu finden und die traditionsreiche Marke neu aufzustellen. Die Zahl der Firmenpleiten im Handel hat sich zuletzt zugespitzt - besonders bei Unternehmen mit knappen Liquiditätsreserven und fehlender digitaler Strategie.
Ob die Rettung des Traditionsversenders gelingt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Der Geschäftsbetrieb läuft vorerst weiter.