Private Einblicke

Tennis-Star Sabalenka: "War völlig außer Kontrolle"

Tennis-Star Aryna Sabalenka zeigt sich im neuen "Vogue"-Porträt überraschend verletzlich und spricht offen über Druck, Verluste und Selbstzweifel.
Heute Entertainment
19.05.2026, 14:59
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Sie ist die aktuelle Nummer eins im Damentennis, spielt in einer eigenen Liga – und doch wirkt Aryna Sabalenka (28) im großen Porträt der Vogue alles andere als unantastbar. Zwischen Gucci, Grand-Slam-Druck und persönlichen Verlusten zeigt sich eine Athletin, die längst mehr ist als nur eine Schlagmaschine auf dem Court.

Auf der US-Ausgabe der Vogue posiert die 28-Jährige wie ein Hollywood-Star und spricht gleichzeitig offen über Schmerz, Verlust und innere Kämpfe. Die Reportage aus Rom zeigt die aktuelle Nummer eins der Welt als Ausnahmeathletin, die gelernt hat, mit ihren Emotionen zu leben statt sie zu verstecken.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Sabalenka hat sich in den vergangenen Jahren nicht nur sportlich, sondern auch persönlich verändert. "Emotionen zu zeigen, hilft mir", sagt sie. Ihre Ausbrüche auf dem Platz seien kein Zeichen von Schwäche, sondern Teil ihres Umgangs mit Druck: "Wenn ich alles in mir behalte, zerstört es mich."

Früher war dies allerdings anders: "Ich wurde ständig super emotional", offenbart Sabalenka. "Ich war völlig außer Kontrolle. Ich konnte ein Match anführen und dann komplett durchdrehen und alles noch aus der Hand geben. Ich wusste, dass ich ein Problem hatte."

Erst wenige Tage vor dem Interview hatte sie in Madrid eine bittere Niederlage kassiert, nachdem sie sechs Matchbälle gegen die US-Amerikanerin Hailey Baptiste vergeben hatte. "Das war nicht leicht", erzählt sie im Hotel Bvlgari in Rom. "In der Nacht nach der Niederlage habe ich von all diesen Matchbällen geträumt. Ich habe ständig an diese verpassten Chancen gedacht."

Für Sabalenka ist genau dieser Umgang mit Niederlagen ein ständiger Balanceakt. "Es ist ein Lernprozess. Wenn ich einfach sagen würde: 'Egal, weiter zum nächsten Match', dann würde ich nichts lernen", erklärt sie. "Das wäre ungesund. Das Schwierige am Sport ist: Du kannst nicht alles gewinnen. Irgendwann setzt dein Körper dir Grenzen. Aber genau das macht Sport auch schön."

Schwere Verluste

Besonders persönlich wird das Interview, als Sabalenka über Verluste spricht. Der Tod ihres früheren Partners Konstantin Kolzow im Jahr 2024 habe sie tief erschüttert. Tennis sei in dieser Phase zu einer Art Rückzugsraum geworden: "Ich musste einfach weitermachen", sagt sie. "Der Sport hat mir geholfen, nicht komplett zusammenzubrechen."

Auch der frühe Tod ihres Vaters Sergej Sabalenka prägt sie bis heute. Er hatte sie einst zum Tennis gebracht, nachdem seine eigene Eishockey-Karriere abrupt beendet worden war. Sabalenka erzählt, dass sie noch immer regelmäßig an ihn denke.

„Hassen mich die Leute wirklich so sehr?“
Aryna Sabalenkagegenüber "Vogue"

Besonders offen zeigt sich der Tennis-Star auch, wenn es um seinen Umgang mit öffentlicher Kritik geht. Im Interview erzählt die 28-Jährige, dass sie sich manchmal frage, wie die Menschen tatsächlich über sie denken. "Hassen mich die Leute wirklich so sehr?", wird sie von der "Vogue" zitiert. Hinter der selbstbewussten Weltranglistenersten zeigt sich dabei eine deutlich verletzlichere Seite, als viele vermuten würden.

Gleichzeitig war ihr Weg auf die Profitour nicht einfach. In den Anfangsjahren erhielt sie wenig Unterstützung, musste sich gegen Zweifel und Kritik durchsetzen. Heute sagt sie rückblickend, dass sie oft als "zu emotional" oder "zu wild" abgestempelt wurde. Genau diese Eigenschaften sind es aber, die sie später an die Weltspitze gebracht haben.

Parallel dazu ist Sabalenka längst auch zu einer Mode- und Popkulturfigur geworden. Als Markenbotschafterin von Gucci bewegt sie sich zwischen Tennisplatz und High Fashion. In "Vogue" spricht sie auch über ihre Verlobung mit dem Unternehmer Georgios Frangulis und über den auffälligen Verlobungsring, ein individuell gefertigter Diamantring mit Smaragden.

Sport soll verbinden, nicht spalten

Auch politische Spannungen rund um ihre Herkunft werden im Porträt erwähnt. Als Athletin aus Belarus steht Sabalenka seit Beginn des Ukraine-Kriegs immer wieder im Fokus von Kritik und Projektionen. Sie selbst betont jedoch, dass Sport verbinden solle und nicht spalten.

So bleibt das Bild einer Athletin voller Gegensätze: glamourös und verletzlich, laut und reflektiert, Superstar und Projektionsfläche zugleich. Oder wie es "Vogue" zusammenfasst: Sabalenka hat nicht gelernt, ihre Emotionen zu unterdrücken, sondern mit ihnen zu gewinnen.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 19.05.2026, 15:01, 19.05.2026, 14:59
Mehr zum Thema
Jetzt E-Paper lesen