"Ich habe mir im Kopf immer gesagt: Du wirst nicht die sein, die wegkippt. Aber von rechts nach links laufen – man schwitzt sich da einen ab", erklärte Deutschlands Tennis-Ass Lys nach ihrem Erstrunden-Erfolg gegen die Kroatin Petra Marcinko (6:3, 6:0). Ihre Landsfrau Laura Siegemund hat es bereits auf den Punkt gebracht: "Es brät halt immer weiter."
Tatsächlich gibt es seit dem Start des zweiten Grand-Slam-Turniers am vergangenen Wochenende sommerliche Temperaturen in der französischen Hauptstadt. Jeden Tag hatte es rund um 30 Grad Celsius, meist sogar etwas darüber. Dazu waren kaum Wolken über der Anlage von Roland Garros zu sehen. An dieser Wettervorhersage wird sich auch in den nächsten Tagen nichts ändern, auch wenn für Donnerstag Gewitter vorhergesagt sind, die Temperaturen am Freitag gar auf 34 Grad Celsius klettern werden. Ein Wetterumschwung soll dann erst am Sonntag folgen – 23 Grad Celsius.
Auf dem Court in der prallen Hitze fühlt es sich freilich noch einmal wesentlich heißer an. Nicht nur ein Problem für die besten Tennisspieler der Welt, sondern auch für Fans, Linienrichter und Ballkinder. Sie alle stöhnen unter dem Wetter und kaum einer kann sich an eine ähnlich heiße Ausgabe der French Open erinnern.
Beim Spiel zwischen Andrej Rublev und Ignacio Buse in der ersten Runde gab es bereits die erste Spielunterbrechung, weil ein Ballmädchen drohte, das Bewusstsein zu verlieren, schnell behandelt wurde. Der Kanadier Gabriel Diallo hat wegen der extremen Hitze sogar sein Erstrundenspiel aufgegeben. "Es wurde schlimmer und schlimmer".
Andere versuchen, sich mit nassen Handtüchern im Nacken und auf der Stirn abzukühlen. Das wichtigste Mittel ist aber weiter, viel zu trinken. "Man muss unglaublich viel auf die Ernährung achten, wie viel man trinkt, dass man Salz und Elektrolyte zu sich nimmt. Ich glaube, alles, was man trinkt, schwitzt man wieder raus", meinte Lys.
Unabhängig von der Hitze ist auch die starke Sonneneinstrahlung ein Problem. Deshalb spielte Tamara Korpatsch etwa mit einer Sonnenbrille. "Ich kann den Ball besser sehen und bin echt sehr lichtempfindlich", sagte die Hamburgerin.
Bei den French Open gibt es eine Hitze-Regelung, die sich an der Wet Bulb Globe Temperature orientiert, auch die Luftfeuchtigkeit, Sonneneinstrahlung und der Wind werden mitberücksichtigt. Sollte der Wert über 30,1 Grad steigen, können die Tennis-Asse vor vorgegebenen Zeitpunkten zehnminütige Kühlpausen wahrnehmen. Bei 32,2 Grad Celsius soll es dann verpflichtende Pausen geben. Dazu ist es bisher aber noch nicht gekommen.