Keine Entwarnung: Weiterhin gilt in Österreich die zweithöchste Terrorwarnstufe. Oberösterreichs Landespolizeidirektor Andreas Pilsl spricht von einer "höheren zweistelligen Zahl" an islamistischen Gefährdern allein in seinem Bundesland.
"Wir sind höchst wachsam, auch wenn man in der Öffentlichkeit nicht so viel mitbekommt", sagt Pilsl in der ORF-OÖ-Interviewreihe "Auf ein Wort".
Besonders die Entwicklung bei jungen Menschen bereitet der Polizei Sorgen. "Wir stellen eine Radikalisierung vor allem von Jugendlichen fest, vor allem übers Internet. Von hier geht mit Sicherheit eine Gefahr aus."
Die Polizei geht entsprechend gegen Verdächtige vor. "Wir haben heuer im Bereich des islamistischen Terrorismus, aber auch Rechtsextremismus schon 50 Hausdurchsuchungen vorgenommen", so Pilsl.
Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern sei Österreich bisher von islamistischem Terror "ganz gut verschont" geblieben.
Pilsl fordert gleichzeitig zusätzliche Möglichkeiten für die Polizei. Neben dem Mitlesen von Chats unter bestimmten Voraussetzungen nennt er etwa die Erfassung von Kennzeichen, die Auswertung von Funkzellen sowie Verbindungsdaten aus dem Internet.
Im ORF sagt er: "Es geht überhaupt nicht darum, jemanden rund um die Uhr zu überwachen. Aber für eine moderne Polizeiarbeit ist das unumgänglich."
Besonders bei organisierter Kriminalität sieht Pilsl Handlungsbedarf: "Die wissen, sobald sie auf einen Messenger wechseln, ist die Polizei ausgeschaltet."