Apfelstrudel, Kuchen, Früchte oder klassischer Tabak: Vapes sind auch wegen der vielen Geschmacksrichtungen beliebt. Doch gerade die Inhaltsstoffe und Aromen der E-Zigaretten bereiten Experten ernsthafte Sorgen.
Neben Nikotin enthalten die Flüssigkeiten unter anderem Alkohole, Glyzerine und Aromastoffe. Welche langfristigen Auswirkungen das Einatmen dieser Stoffe auf den menschlichen Körper hat, ist laut Lungenmediziner Paul von Boetticher vom Ordensklinikum Linz Elisabethinen noch nicht ausreichend erforscht, das berichtet der ORF.
Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass auch E-Zigaretten das Krebsrisiko erhöhen können. Besonders problematisch wird es, wenn Menschen gleichzeitig herkömmliche Zigaretten rauchen und Vapes verwenden.
Bei Rauchern tritt Lungenkrebs laut den vorliegenden Informationen etwa 20-mal so häufig auf wie bei Nichtrauchern. Kommen E-Zigaretten zusätzlich dazu, steigt das Risiko laut von Boetticher nochmals deutlich an, so der ORF.
Der gleichzeitige Konsum von Zigaretten und Vapes ist laut Medizinern wissenschaftlich belegt besonders schädlich.
Sorgen bereitet auch der Konsum unter Jugendlichen. Vapes dürfen in Österreich zwar erst ab 18 Jahren konsumiert werden, dennoch greifen auch Jüngere zu den E-Zigaretten.
Von Boetticher verweist auf Untersuchungen aus den USA. Demnach leiden junge Menschen, die E-Zigaretten konsumieren, häufiger an Atemwegserkrankungen. Bei 12- bis 17-Jährigen wurden unter anderem Asthma, COPD und Lungenentzündungen deutlich häufiger festgestellt.
Im Vape-Handel werden E-Zigaretten vor allem als Alternative für bestehende Raucher gesehen. "Unsere Zielgruppe sind hauptsächlich Raucherinnen und Raucher", sagt Jakob Haslinger, Chef eines Linzer Vape-Stores im ORF.
Für den Umstieg hält er Vaping für weniger schädlich als klassische Zigaretten. Lungenmediziner beurteilen das weitaus kritischer.
Wer mit dem Rauchen aufhören möchte, sollte laut von Boetticher stattdessen auf medizinisch zugelassene Produkte und begleitende Therapien zurückgreifen.
Für Einweg-Vapes steht in Österreich bereits eine große Änderung bevor: Mit Jahresende sollen die bunten Einweg-Geräte verboten werden. Das gilt unabhängig davon, ob sie Nikotin enthalten oder nicht.