Der Legionellen-Ausbruch in Linz hat drei Menschen das Leben gekostet. Insgesamt sind mittlerweile 26 Personen erkrankt, das zumindest ist der letzte aktuelle Stand. Nun werden weitere Details über die drei Todesopfer bekannt.
Besonders tragisch: Eines der Opfer war erst knapp über 50 Jahre alt. Der Betroffene hatte laut Informationen aus der Landesregierung Oberösterreich überhaupt keine Vorerkrankungen.
Die beiden anderen Verstorbenen waren älter als 80 Jahre. Sie hatten sehr wohl Vorerkrankungen, bei beiden war bereits zuvor die Lunge betroffen.
"Eine direkte Connection zwischen den Toten gibt es nicht, sie sind nicht verwandt oder verschwägert", heißt es aus der Landesregierung Oberösterreich zu "Heute".
Die drei Betroffenen starben in der Vorwoche innerhalb von vier Tagen (zwischen Mittwoch und Samstag). Alle kamen direkt aus Linz.
Doch auch ihr Wohnort liefert bisher keine entscheidende Spur: Die drei lebten nicht alle im selben Viertel. Das erschwert die Suche nach jener Quelle, von der die gefährlichen Legionellen stammen könnten.
Legionellen kommen von Natur aus in geringer Konzentration im Wasser vor. Unter bestimmten Bedingungen können sich die Bakterien allerdings stark vermehren – etwa bei großer Hitze, in Warmwasseranlagen großer Gebäude oder in künstlichen wasserführenden Systemen.
Eine Infektion kann die sogenannte Legionärskrankheit auslösen. Dabei handelt es sich um eine schwere Form der Lungenentzündung, die mit Antibiotika behandelt werden muss.
Es gibt allerdings auch mildere Verläufe ohne Lungenentzündung. Das sogenannte Pontiac-Fieber klingt meist innerhalb von zwei bis fünf Tagen von selbst ab. Besonders gefährdet sind Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder chronischen Lungenerkrankungen sowie Raucherinnen und Raucher.
Die Behörden suchen weiter intensiv nach dem Ursprung des Ausbruchs. Mehr als 150 Umweltproben aus Haushalten von Erkrankten, Kühltürmen in Linz und Umgebung, Springbrunnen, Waschanlagen und anderen möglichen Infektionsquellen wurden zur Analyse eingereicht.
Mehr als 80 Untersuchungen sind bereits abgeschlossen. Kühltürme eines Unternehmens an der Wiener Straße wurden dabei positiv auf Legionellen getestet und anschließend gereinigt und desinfiziert.
Ob diese Kühltürme tatsächlich mit den Erkrankungen zusammenhängen, ist aber weiterhin nicht geklärt.
Eine wichtige Spur gibt es dennoch: Bei drei Erkrankten konnten die verantwortlichen Erreger bereits genauer bestimmt werden. Alle drei gehören zum Legionellensubtyp Allentown/France und weisen eine genetische Verwandtschaft auf.
Damit ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sich zumindest diese drei Erkrankten an einer gemeinsamen Quelle infiziert haben.
Ob die Legionellen aus den positiv getesteten Kühltürmen genetisch dazu passen, wird noch untersucht. Mit entsprechenden Ergebnissen wird nächste Woche gerechnet.
Alle 24 in Oberösterreich lebenden Erkrankten mussten im Krankenhaus behandelt werden, teilweise war eine intensivmedizinische Versorgung notwendig. Zwei weitere Erkrankte leben im Ausland, hatten sich vor ihrer Infektion aber in Linz aufgehalten.