Neues Prestigeprojekt

3 Tote nach Legionellen – jetzt gibt es eine heiße Spur

Nach drei Todesfällen durch Legionellen in Linz gibt es einen ersten Treffer. In Kühltürmen der Linz AG wurden die Bakterien nachgewiesen.
Newsdesk Heute
21.08.2026, 13:02
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Nach dem tödlichen Legionellen-Ausbruch in Linz läuft die Suche nach der Infektionsquelle auf Hochtouren. Drei Menschen sind bereits an der Legionärskrankheit gestorben. Nun haben die Gesundheitsbehörden bei ihren Untersuchungen erstmals Legionellen in einer möglichen Quelle entdeckt.

Insgesamt wurden bisher rund 150 Proben gezogen. Mehr als die Hälfte davon ist bereits ausgewertet. Dabei gab es einen Treffer: In Kühltürmen der Linz AG wurden laut ORF Legionellen nachgewiesen.

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Kühltürme gehören zur Fernkälte

Die betroffenen Kühltürme sollen zur Fernkälte der Linz AG gehören. Mit dem System sollen unter anderem Krankenhäuser und Seniorenzentren während heißer Sommertage gekühlt werden, eigentlich ein Prestigeprojekt der Stadt.

Ob die Anlage tatsächlich für Erkrankungen verantwortlich ist, steht allerdings noch nicht fest. Denn die Kühltürme geben nur geringe Mengen Wasserdampf an die Umgebung ab.

Der Linzer Infektiologe Helmut Salzer erklärt, dass ein bloßes Vorbeigehen für eine Ansteckung nicht ausreiche. Für eine Infektion brauche es eine "gewisse Dosis" der Bakterien. Betroffene müssten demnach tatsächlich mit einer entsprechenden Dampfwolke beziehungsweise belasteten Aerosolen in Kontakt kommen.

Experten vermuten weitere Legionellen-Herde

Die Aerosole können laut dem Experten allerdings eine gewisse Zeit in der Luft bleiben. Dennoch liefert der Fund in den Kühltürmen bisher keine schlüssige Erklärung für sämtliche Erkrankungen.

Experten gehen deshalb davon aus, dass es in Linz zumindest einen oder womöglich mehrere weitere Legionellen-Herde gibt. Die Suche wird dadurch zur aufwendigen Detektivarbeit: Grundsätzlich kommen zahlreiche Wassersysteme als Quelle infrage.

Erschwert wird die Ursachenforschung zusätzlich dadurch, dass der Nachweis von Legionellen in Wasserproben zehn bis 14 Tage dauern kann.

Jeder zehnte Infizierte kann sterben

Die Legionärskrankheit kann eine schwere Lungenentzündung auslösen. Laut Salzer ist die Sterblichkeit vergleichsweise hoch. Rund einer von zehn Infizierten könne daran sterben - auch ohne Vorerkrankungen.

Unterdessen wächst der politische Druck. Der Linzer ÖVP-Vizebürgermeister Martin Hajart verlangt von Bürgermeister und Linz-AG-Aufsichtsratschef Dietmar Prammer (SPÖ) "volle Transparenz und lückenlose Aufklärung". Auch die Rolle von Gesundheitsstadtrat Michael Raml nimmt die ÖVP ins Visier.

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