Sensationsfund in Wien

Fernkälte-Bau legt römische Straße in Wien frei

Beim Ausbau der Fernkälte in der Wiener City stoßen Archäologen immer wieder auf historische Schätze. Nun untersuchen sie eine Römerstraße.
Wien Heute
11.08.2026, 15:32
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Unter den Straßen in Wien schlummert Geschichte – beim Ausbau der Fernkälte-Leitung kommt sie zum Teil wieder ans Tageslicht. Bauarbeiten von Wien Energie in der City ermöglichen nun einen Blick tief in die Vergangenheit der Stadt Wien.

Historischer Boden

Weil die Arbeiten mitten auf historischem Boden stattfinden, werden sie von der Stadtarchäologie Wien begleitet. Dabei gab es bereits mehrere bemerkenswerte Entdeckungen aus der Römerzeit und dem Mittelalter.

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Aktuell steht der Kohlmarkt im Fokus. Dort untersucht das Forschungsteam eine römische Straße. Sie führte einst vom südlichen Zugangstor des Legionslagers Vindobona über den heutigen Michaelerplatz Richtung Westen nach Cetium, dem heutigen St. Pölten.

Römisches Gefängnis entdeckt

Es ist längst nicht der erste spektakuläre Fund bei den Arbeiten. Am Bauernmarkt wurde ein großer römischer Kellerraum entdeckt. Die Experten gehen davon aus, dass es sich dabei um einen sogenannten Carcer, also ein Gefängnis, gehandelt haben könnte. Am Petersplatz kamen wiederum Gräber aus dem 9. bis 11. Jahrhundert zum Vorschein.

An der Ecke Graben und Naglergasse wurden außerdem Bauteile eines römischen Lagertors gefunden. Dabei handelt es sich um die sogenannte Porta decumana. Sie bildete das südliche Zugangstor zum Legionslager Vindobona, das als eine der Ursprünge des heutigen Wien gilt.

Fenster in Vergangenheit

Möglich werden solche Entdeckungen durch den Ausbau des Fernkälte-Netzes. Im Auftrag von Wien Energie verlegen die Wiener Netze dafür neue Leitungen. Die notwendigen Künetten öffnen Bereiche des Erdreichs, die sonst unter Straßen und Plätzen verborgen bleiben. Für die Stadtarchäologie sind die Baustellen damit eine seltene Gelegenheit, bisher unzugängliche Erdschichten zu untersuchen. Die Funde können dokumentiert werden und liefern neue Puzzlesteine zur Geschichte Wiens.

100 Mio. Euro für Kühlsystem

Gleichzeitig wächst unter der Wiener City ein modernes Kühlsystem. Bei der Fernkälte wird kaltes Wasser zu Gebäuden transportiert und dort zur Kühlung eingesetzt. Wegen zunehmend heißer Sommer steigt der Bedarf. Wien Energie will deshalb in fünf Jahren 100 Millionen Euro in den weiteren Ausbau investieren. Das Fernkälte-Netz ist derzeit 33 Kilometer lang und versorgt rund 300 Gebäude. Die Leistung soll von 250 Megawatt im Jahr 2025 auf 370 Megawatt im Jahr 2030 steigen.

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