Empörung bei den Grünen

Ärger um Mega-Mistplatz – jetzt fallen die ersten Bäume

Die Grünen werfen SPÖ und NEOS vor, den geplanten Mega-Mistplatz an der Freien Mitte gegen den Willen der Anrainer durchzudrücken.
Hannah  Maier
11.08.2026, 16:15
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Mitten im Hochsommer sorgt ein umstrittenes Bauprojekt in der Leopoldstadt für neuen Ärger. Die Grünen werfen SPÖ und NEOS vor, den geplanten Mega-Mistplatz an der Freien Mitte (Leopoldstadt) gegen den Willen der Bevölkerung durchsetzen zu wollen – und sprechen von einem Vorgehen ohne Rücksicht auf Anrainer.

Erste Bäume sind schon weg

Noch bevor eine endgültige Baugenehmigung vorliegt, seien bereits erste Bäume gefällt worden. Gleichzeitig startet diese Woche das Verfahren zur Flächenwidmung – ausgerechnet während der Ferienzeit.

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Aufnahmen der Grünen zeigen, dass Bäume am Areal gefällt wurden.
Grüne Wien

Für die Grünen ist das kein Zufall. "Die Stadtregierung agiert beim Mega-Mistplatz völlig intransparent. Die Chuzpe, mit der sie die Wünsche der Bewohner in der Leopoldstadt bei diesem Projekt ignoriert, sucht ihresgleichen", sagt Bernhard Seitz, Grüner Bezirksvorsteher-Stellvertreter in der Leopoldstadt.

1,2 Hektar versiegelt

Besonders brisant: Die betroffenen Bäume seien laut den Grünen nicht im öffentlichen Baumkataster eingetragen. "Ob bei ihrer Entfernung alle Regeln eingehalten werden oder ob sie einfach verschwinden, können wir nicht nachvollziehen", so Seitz.

Geplant ist ein neuer Mistplatz mit einer Fläche von 1,2 Hektar. Das Areal soll als Sonderwidmung für Straßenreinigung, Abfallwirtschaft und Energieversorgung ausgewiesen werden. Nach Angaben der Grünen werde damit eine Fläche versiegelt, die größer als der Stephansplatz ist. Die Baukosten sollen rund 40 Millionen Euro betragen.

Grüne kritisieren Vorgehen

Im Bezirk sorgt das Projekt seit Jahren für Diskussionen. Die Grünen hätten sich stattdessen für den Ausbau des bestehenden Mistplatzes in der Dresdner Straße eingesetzt. "Stattdessen wollen SPÖ und NEOS einen der größten und teuersten Mistplätze Wiens direkt an einen Park bauen – das versteht im Bezirk wirklich niemand", so Seitz.

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Auch der Planungssprecher der Wiener Grünen, Kilian Stark, übt scharfe Kritik: "Rot-Pink macht beim Mega-Mistplatz genau das Gegenteil dessen, was gute Stadtplanung ausmacht: Sie opfert eine der besten Lagen am Rand der Freien Mitte für einen überdimensionierten, überteuerten Mega-Mistplatz und versucht, die Bevölkerung mitten in den Sommerferien vor vollendete Tatsachen zu stellen. Jetzt ist der Moment, Druck zu machen: Jede Stellungnahme kann dazu beitragen, diesen Planungsfehler für Jahrzehnte zu verhindern."

Stellungnahmen möglich

Ab 13. August können Bürgerinnen und Bürger online oder direkt bei der MA 21 Stellungnahmen zum Flächenwidmungsplan einbringen. Jede einzelne Eingabe muss von der Stadt geprüft und beantwortet werden, bevor der Gemeinderat über die Widmung entscheidet. "Deshalb lohnt es sich, die Beteiligungsmöglichkeit zu nutzen und den Widerstand gegen den Mega-Mistplatz deutlich zu machen", so die Grünen.

Rodungen wegen Umspannwerk

Die MA 48 betont auf "Heute"-Nachfrage, dass die Planungen für den Mistplatz noch in der Anfangsphase stecken. "Von unserer Seite finden keine Rodungen statt", heißt es. Die Arbeiten werden aktuell von den Wiener Netzen durchgeführt – und zwar als Vorbereitung für das Umspannwerk Innstraße, welches auf demselben Areal errichtet wird.

"Das Grundstück wurde von den ÖBB erworben und kürzlich übergeben. Der Baustart ist mit Q3/2027 festgelegt. Seit vergangener Woche werden Rodungen im Auftrag unserer Bauabteilung in Abstimmung mit unserem Umweltsachverständigen am Grundstück durchgeführt. Die Rodungen betreffen allerdings ausschließlich Gewächse unter 40cm Höhe. Es finden also keine Baumfällungen statt", halten die Wiener Netze fest.

{title && {title} } HTM, {title && {title} } Akt. 12.08.2026, 15:50, 11.08.2026, 16:15
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