Eigentlich war Peter Gamsjäger gerade auf dem Weg zu seiner eigenen Geburtstagsfeier. Doch die Fahrt im Schienenersatzverkehr von Bad Aussee nach Bad Ischl nahm laut "Kronen Zeitung" eine dramatische Wendung. Der Koch griff ein, als eine 45-jährige Wienerin ihre 13-jährige Tochter mit einem Messer attackierte.
Die Mutter und ihre Tochter waren gemeinsam mit Gamsjäger am Montag in den Bus gestiegen und saßen ihm gegenüber. Zunächst deutete für den 37-Jährigen nichts auf die spätere Eskalation hin.
"Sie haben sich ganz normal unterhalten. Die Mutter fragte das Mädchen, ob ihr die Berge gefallen haben und ob sie sich wieder auf Wien freut", erzählt Gamsjäger im Gespräch mit der "Krone".
Mutter und Tochter aßen Chips. Lediglich eine Sache blieb Gamsjäger laut dem Bericht in Erinnerung: "Das Einzige, das auffiel, war, dass die Mutter der Tochter viele Bussis gab, ich glaube, es waren zehn." Verdächtig kam ihm das damals allerdings nicht vor.
Bei der Haltestelle Steeg in Bad Goisern änderte sich die Situation schlagartig. Die 45-Jährige soll plötzlich "Dämon, Dämon" gerufen haben, heißt es im Bericht der Tageszeitung.
"Plötzlich begann das Mädchen hysterisch zu schreien", erinnert sich Gamsjäger in der "Kronen Zeitung". Dass ein Messer im Spiel war, bemerkte er zunächst nicht. "Ich dachte, die Mutter würgt das Dirndl."
Der Koch reagierte sofort. Zwei deutsche Fahrgäste, die hinter Mutter und Tochter gesessen waren, kamen ihm zu Hilfe.
"Es waren zwei Deutsche. Einer drückte den Kopf der Mutter zur Scheibe und dann sah ich, dass einer ihr auch ein Messer abgenommen hatte. Ich hab´ das Mädchen rausgezerrt, das beim Fenster saß. Ich weiß nicht, wie ich das gemacht habe", schildert er der "Krone".
Die Szenen haben sich bei dem 37-Jährigen eingebrannt. Besonders die Reaktion der Tochter lässt ihn nicht los.
"Der Gesichtsausdruck des Kindes. Und das Mädchen meinte immer wieder: 'Mama, was machst du mit mir?' Das werde ich nie vergessen", sagt Gamsjäger zur Tageszeitung.
Er habe gesehen, dass die Verletzung des Mädchens nicht allzu schwer wirkte. "Ich sah auch, dass die Verletzung beim Mädchen nicht allzu schlimm war und ich war nur froh, dass wir es rasch in Sicherheit bringen konnten", sagt Gamsjäger zur "Krone".
Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe
Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555
Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247
Rat auf Draht: 147
Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20
Polizei-Notruf: 133
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Im Bus herrschten laut seiner Schilderung Chaos und Panik. Andere Fahrgäste liefen davon. Die Mutter verletzte sich anschließend selbst mit dem Messer am Hals und saß blutend am Bahnsteig.
"Sie weinte und schrie, dass sie dem Mädchen nichts tun wollte. Sie wollte nur einen Dämon abwehren, der sich ihrer Tochter genähert hatte", erinnert sich Gamsjäger im Gespräch mit der Tageszeitung.
Tatsächlich spielte sich die dramatische Situation innerhalb kürzester Zeit ab. "Das Ganze dauerte nur wenige Sekunden, aber es kam mir vor wie zwei Minuten", sagt der Koch.
Im Chaos gelang es ihm noch, die Polizei zu verständigen. Sein Handy verlor er dabei im Bus, inzwischen hat er es wieder zurückbekommen.
Später erfuhr Gamsjäger, dass die Mutter bereits vor acht Jahren ihren damals acht Monate alten Sohn getötet hatte. "Ich verstehe nicht, warum die Mutter dann wieder mit ihrer Tochter alleine unterwegs sein darf", sagt er zur "Krone".
Nach dem Vorfall setzte Gamsjäger seine Fahrt nach Bad Ischl fort, wo er seinen 37. Geburtstag feiern wollte. An ausgelassene Stimmung war nach dem Erlebten allerdings kaum zu denken.
"Das wird mir lange nicht aus dem Kopf gehen. Mit dem Schlafen hatte ich Probleme, aber ich bin guter Dinge, dass sich das legt", sagt er gegenüber der Tageszeitung.
Dass sowohl die 13-Jährige als auch ihre Mutter überlebten, erleichtert den Helfer. Vor allem mit dem Mädchen fühlt er mit: "Mir tut das Kind so leid".